Karriereknick

Genugtuung für vermeintlichen Dopingsünder Sakho – doch die kommt wohl zu spät

jar

5.11.2020

Mamadou Sakho spielte einst für PSG und Liverpool, heute ist er bei Crystal Palace engagiert.
Bild: Getty

Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat sich bei dem französischen Fussballer Mamadou Sakho für eine ungerechtfertigte Sperre entschuldigt. Womöglich brachte die Wada den damaligen Liverpool-Verteidiger um grosse Erfolge.

Im Fussball ist Doping eine absolute Seltenheit. Umso mehr schockierte der Fall von Mamadou Sakho im Frühling 2016. Ein Dopingtest des damaligen französischen Nationalspielers und Liverpool-Verteidigers fiel positiv aus, worauf die UEFA im April 2016 eine 30-tägige Sperre gegen Sakho verhängte.

Drei Monate später gab die UEFA bekannt, das Verfahren eingestellt zu haben, da sich die gefundene Substanz nicht auf der Verbotsliste befand. Trotzdem war Sakhos Ruf am Ende. Seinen Platz in der Nationalmannschaft verlor er, durfte damit weder bei der Heim-EM 2016 dabei sein noch beim Siegeszug der Franzosen bei der WM 2018 in Russland.

Und auch die Zeit bei Liverpool fand ihr Ende. Bis zur positiven Dopingprobe war Sakho noch unumstrittener Stammspieler. Danach kam er nie mehr zum Einsatz und wechselte schliesslich im darauffolgenden Winter zu Crystal Palace, wo er bis heute unter Vertrag steht. 

Einigung auf finanzielle Entschädigung

Am Mittwoch berichteten britische Medien übereinstimmend, dass sich die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) bei Mamadou Sakho entschuldigt hat. Die Sperre sei ungerechtfertigt gewesen. Die Untersuchung der UEFA ergab damals, dass die fettverbrennende Substanz Higenamin zu dem positiven Testergebnis geführt hatte. Sie stand aber nicht auf der Verbotsliste der Wada.

Vor einem Londoner Gericht verklagte Sakho die Wada wegen Rufschädigung und Verdienstausfall auf 16,7 Millionen Pfund. Nun habe man sich mit dem 30-Jährigen auf eine finanzielle Entschädigung (Summe unbekannt) geeinigt, bestätigte ein Sprecher der Wada: «Die Wada räumt ein, dass Herr Sakho nicht gegen die UEFA-Anti-Doping-Bestimmungen verstossen hat, nicht betrogen hat, keine Absicht hatte, sich einen Vorteil zu verschaffen, und in gutem Glauben gehandelt hat.»

Es ist eine späte Genugtuung für den unschuldigen Fussballer, dessen Karriere nach der falschen Dopingprobe zwar nicht beendet war, aber doch einen gewaltigen Knick erlitt. 2016 verpasste er wegen der Sperre den Europa-League-Final mit Liverpool. Als die «Reds» 2019 die Champions League und 2020 die Premier League gewannen, war Sakho längst weg. 

Wer weiss, vielleicht hätte sich Sakho heute sogar Weltmeister nennen dürfen, wäre die Sache mit dem falschen Dopingtest nicht gewesen. Immerhin durfte er im November 2018 sein Comeback in der «Équipe Tricolore» geben. Für den Verteidiger wohl ein schwacher Trost. 

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🇫🇷 Une déclaration en audience publique conjointe a été rendue et mon litige avec l’AMA est désormais clos ! Je suis heureux que l’AMA ait accepté que je n'aie pas violé le Règlement Antidopage de l’UEFA, n'aie pas triché, n'avait pas l'intention d'obtenir aucun avantage et aie agi de bonne foi. Je suis également heureux que l’AMA m'ait présenté ses excuses et ait accepté de payer une somme substantielle de dommages. Je me considère innocenté et je me réjouis maintenant de poursuivre ma carrière. Il n’y a rien de pire pour un sportif de haut niveau que le soupçon de dopage. Je l’ai vécu avec toutes les conséquences que cela a eu pour ma carrière, mon image et même ma vie personnelle. Heureusement de nombreuses personnes ont cru en moi. Ma famille, mes amis et les supporters ont toujours été là. Je les en remercie infiniment. Recevoir officiellement les excuses de l’AMA était pour moi quelque chose d’indispensable afin de pouvoir définitivement tourner cette page, continuer d’aller de l’avant et surtout transmettre mon expérience. Battez vous toujours jusqu’au bout pour défendre vos convictions ! ____ 🇬🇧 An agreed Statement in Open Court has been read out and my dispute with WADA is closed! I am pleased with WADA’s acceptance that I did not breach the UEFA Anti-Doping Regulations, did not cheat, had no intention of gaining any advantage and acted in good faith. I am also pleased that WADA has apologised to me and agreed to pay a substantial sum in damages. I consider myself vindicated and now look forward to continuing my career. There is nothing worse for an athlete than the suspicion of doping. I have lived through it with all the consequences it has had for my career, my image and even my personal life. Fortunately, many people believed in me. My family, friends and supporters have always been there. I thank them very much. Receiving the official apology from WADA was for me something essential to be able to turn this page, to continue to move forward and above all to pass on my experience. Always fight to the end to defend your convictions!

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