Hat Inter beim Shaqiri-Deal getrickst?

bam

4.11.2018

Xherdan Shaqiri ist ein Beispiel dafür, wie bei den Verträgen geschummelt wird, um dem Financial Fairplay aus dem Weg zu gehen.
Bild: Keystone

Football Leaks veröffentlicht neue Informationen, wie Inter Mailand das Financial Fairplay 2015 mit Xherdan Shaqiri umgehen wollte. 

Es gibt neue Enthüllungen der Onlineplattform Football Leaks: Wie der «Tagesanzeiger» berichtet, wollte Inter Mailand mit dem Shaqiri-Transfer das Financial Fairplay umgehen. Im Januar 2015 war Inter an Xherdan Shaqiri interessiert, konnte sich den damaligen Bayern-Spieler für 15 Millionen Euro aber nicht leisten. Das Financial Fairplay besagt, dass man innerhalb von drei Jahren nicht mehr als 30 Millionen Euro Verlust durch das Geld der Eigentümer ausgleichen darf. 

Da der Druck gegenüber den Fans aber stets wuchs und man auch das Ziel der Europa League zu verpassen schien, schloss der damalige Geschäftsführer Marco Fassone offiziell keinen Kauf- sondern einen vom 8. Januar bis 31. Dezember 2015 laufenden Leihvertrag mit Bayern ab. Eine Fassade, wie sich durch die Football-Leaks-Dokumente herausstellt. Drei Klauseln sollen sich im Vertrag befunden haben: 

1. Inter muss Shaqiri sofort fix übernehmen und die 15 Millionen bezahlen, wenn er zwischen dem 1. Juli und dem 31. Dezember 2015 in einer Partie eingesetzt wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob Freundschafts- oder Pflichtspiel. 

2. Inter muss Shaqiri aber auch fix übernehmen, wenn er zwischen dem 1. Juli und dem 31. Dezember 2015 aufgrund einer Verletzung oder Sperre kein einziges Mal eingesetzt werden kann.

3. Inter muss Shaqiri fix übernehmen, wenn das Team am 31. Dezember unter den ersten 17 der Serie A steht. 

Deswegen hat auch Bayern auf eine Leihsumme verzichtet, denn der Transfer und die 15 Millionen schien so gut wie fix zu sein. Keiner glaubte, dass eine der drei Klauseln nicht eintreten wird.

Finanziell profitierte Shaqiri davon

Da die UEFA den bereits lange auf dem Radar stehenden Klub im Frühling 2015 mit einer Busse von 6 Millionen bestrafte (weitere 14 Millionen auf Bewährung), konnte der Vertrag mit Bayern so nicht durchgeführt werden. Shaqiri wurde im Sommer zwar von Inter für 15 Mio. Euro definitiv übernommen, mit dem Ziel, ihn gleich wieder weiterzuverkaufen, da sich der Mailänder Verein derartige Transfers nicht mehr leisten konnte. Mit Stoke City hat man kurze Zeit später einen passenden Käufer gefunden und musste einen Verlust von einer halben Million hinnehmen.

Sportlich gesehen konnte Shaqiri in Mailand nicht viel bewegen. Der Schweizer profitierte aber durch das kurze Intermezzo finanziell. Denn nicht nur in Mailand verdiente er doppelt so viel als in München (100'000 Euro im Monat), in Stoke wurde das Salär knapp um das Vierfache erhöht (350'000 Euro). 

Auch der FC Basel profitierte von den zwei Transfers: Shaqiris Ausbildungsklub erhielt zwei Mal rund 620'000 Euro.

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