Unnötige Kritik an Petkovic: Er ist kein Angsthase

Patrick Lämmle

17.3.2018

Vladimir Petkovic vertraut auf Altbewährtes.
Bild: Getty Images

Im Aufgebot für die Testspiele gegen Griechenland und Panama findet man nur einen neuen Namen: Dimitri Oberlin. Ist Vladimir Petkovic nicht mutig genug?

Viele Fans hätten gerne mehr Neulinge gesehen. Etwa die YB-Akteure Kevin Mbabu und Djibril Sow oder der von Basel an St. Gallen ausgeliehene Cedric Itten. Diese Spieler sind in blendender Verfassung und deshalb ist es nachvollziehbar, dass der eine oder andere diese Spieler gerne in der Nati gesehen hätte. Ausserdem bekommen einige der Nominierten in ihren Klubs kaum Auslauf. Ist Petkovic ein Angsthase?

Nein, das hat mit fehlendem Mut nichts zu tun. Drei Monate vor der WM ist einfach nicht der Zeitpunkt für grosse Experimente. Die aufgebotenen Spieler bilden inzwischen eine eingeschworene Truppe, jeder kennt seine Rolle und der Teamgeist stimmt. Und das ist bei einem Turnier das A und O. Die oben genannten Spieler sind zweifellos grosse Talente, doch in der Startelf der Nati haben sie im Moment noch nichts verloren. Hätte Petkovic also ernsthaft das Teamgefüge durcheinanderwirbeln sollen, um potenziellen Ersatzspielern eine Chance zu geben? Und das so kurz vor der WM? Nein, das wäre nicht klug gewesen.

Und warum erhält dann Dimitri Oberlin ein Aufgebot?

Weil er an der WM tatsächlich eine Rolle spielen könnte. Er steht zwar beim FC Basel nicht immer in der Startelf und verstolpert auch mal den einen oder anderen Ball zuviel. Aber in der Champions League, also auf höchstem Niveau, hat er in acht Spielen vier Tore erzielt und eines vorbereitet. Damit hat er gezeigt, dass er auch international etwas bewegen kann. Die anderen Spieler sind diesen Beweis noch schuldig geblieben.

Und zu guter Letzt darf man dem Nati-Trainer auch einfach vertrauen, dass er genau weiss, was er macht. Schliesslich befasst sich niemand mehr mit der Nationalmannschaft als er.

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