«Kein Meistertrainer»? Stefan Effenberg nimmt BVB-Coach Lucien Favre in Schutz

29.11.2020

Stefan Effenberg stellt sich hinter Lucien Favre.
Bild: Keystone

In Deutschland scheint es ein ungeschriebenes Gesetz zu geben: Verliert Dortmund eine Partie, dann wird Lucien Favre dafür verantwortlich gemacht. Stefan Effenberg spielt dieses Spiel aber nicht mit.

Eine Heimniederlage gegen das zuvor noch sieglose Köln, das ist ein herber Rückschlag für den BVB. Sekunden vor Schluss hatte Tormaschine Erling Haaland noch den Ausgleich auf dem Fuss, doch der Norweger brachte das Kunststück fertig, den Ball aus nächster Entfernung am Tor vorbeizuschieben.

Haaland schiebt die Kugel aus nächster Nähe am Tor vorbei und vergibt den sichergeglaubten Ausgleich.
Bild: Keystone

In der Sendung «Doppelpass» auf «Sport1» wird am Sonntag über das Spiel diskutiert – und den Dortmunder Trainer. Der ehemalige Schalke-Profi Benedikt Höwedes meint etwa: «Aus meiner Sicht ist Lucien Favre kein Meistertrainer. Ich glaube, dass ein anderer Trainer gefragt ist, der in Situationen mehr eingreift, wenn ein Sancho etwas aus der Reihe schlägt.» Favre leite die jungen Spieler zwar gut an, Reif für den Titel sei er aber nicht. Hansi Flick moderiere das bei den Bayern dagegen sehr gut.

Effenbergs Rückendeckung für Favre

«Sport1»-Experte Stefan Effenberg nimmt einen anderen Blickwinkel ein. «Für mich ist Favre in der Entwicklung der jungen Spieler mit der Beste, wenn nicht sogar der Beste. Das Ergebnis wird ja kommen. Vielleicht in einem halben Jahr, vielleicht in eineinhalb Jahren. Da wird unter dem Strich die Meisterschaft stehen.» Vor allem glaubt Effenberg, dass Spieler wie Sancho, Haaland und wie die jungen Wilden alle heissen «über die gesamte Karriere davon profitieren, dass sie unter Favre trainieren konnten».

Höwedes streitet nicht ab, dass Favre ein «guter Trainer» ist, doch er glaubt, dass der BVB einen Coach brauche, der offensiver denke. Und er schickt mit Julian Nagelsmann und Ralf Rangnick auch gleich zwei Namen ins Rennen, die seiner Meinung nach zu Dortmund passen würden. Denn: «Den Power-Fussball könnte man mit den jungen, hungrigen Spielern noch besser verkörpern.» Da liege der kleine Unterschied zu Bayern München, so der Weltmeister von 2014.

Europäische Top-Teams laufen auf dem Zahnfleisch

Nur ist das mit dem Power-Fussball so eine Sache. Derzeit tun sich die besten Mannschaften in Europa nämlich ungemein schwer, was auch am dichtgetakteten Spielplan liegen dürfte. Eine Englische Woche jagt die nächste. Am Samstag liess etwa Liverpool gegen Brighton (1:1) Punkte liegen, Real Madrid unterlag Alaves, Juventus Turin kam gegen Benevento Calcio nicht über ein 1:1 hinaus und die Partie zwischen PSG und Bordeaux endete 2:2. Die Bayern fuhren zwar gegen Stuttgart (3:1) ihren nächsten Sieg ein, doch Flick meinte nach dem Spiel: «Die Mannschaft ist gerade am Limit.»

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