Kann Klopp Krise? «Ich bin nicht nur ein Schön-Wetter-Coach»

pat

28.1.2021

Liverpool in der Krise? Jürgen Klopp spricht lieber von einer «Herausforderung». 
Bild: Keystone

Der FC Liverpool präsentiert sich in den letzten Wochen nicht wie ein Spitzenteam, besonders den hochgelobten Angreifern klebt das Pech an den Füssen. Trainer Jürgen Klopp will vor dem wegweisenden Spiel gegen Tottenham aber partout nicht von einer Krise sprechen.

Am Donnerstagabend gastiert Liverpool bei Tottenham (21 Uhr live auf «blue Sport»), es ist ein wegweisendes Spiel. Seit dem 7:0-Galasieg gegen Crystal Palace am 19. Dezember ist bei den «Reds» die Leichtigkeit des Seins verflogen. Seither hat Liverpool von sieben Pflichtspielen nur noch eines gewonnen, es war der 4:1-Erfolg in der dritten Runde des FA Cup gegen ein durch Corona geschwächtes Aston Villa. Die Titelchancen in diesem Wettbewerb sind allerdings nach der 2:3-Niederlage am vergangenen Sonntag gegen Manchester United verflogen.



Kopfschmerzen müsste Klopp die Offensive bereiten, denn in den letzten fünf Premier-League-Spielen hat Liverpool nur noch einen Treffer erzielt, beim enttäuschenden 1:1 gegen West Brom. In den letzten vier Liga-Spielen haben Salah und Co. regelrecht Chancenwucher betrieben und gar nicht mehr eingenetzt. Spätestens aber seit der historisch anmutenden 0:1-Heimniederlage am letzten Spieltag gegen Burnley sind auch die treusten Liverpool-Anhänger in Sorge – zu Hause hatten die «Reds» zuvor 68 Mal in Folge gepunktet.


«In dieser Welt verlieren wir nur allzu schnell die Wahrheit und den Glauben. Alles ist grossartig oder das Gegenteil davon, aber es gibt so viele Zwischenstufen.»

Jürgen Klopp gibt sich an der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Tottenham aber fast schon demonstrativ positiv. Die Situation sei «eine Herausforderung», damit komme er gut klar: «Ich denke nicht, dass wir perfekt sein müssen. Die positiven Dinge werden wir positiv betrachten, die negativen kritisch.» Er hoffe, dass sich die Lage nächsten Monat schon viel besser darstelle. Und als müsste er seine Aussagen noch unterstreichen, fügt er an: «Ich bin nicht nur ein Schön-Wetter-Coach!»

Aber bereitet es dem 53-jährigen Deutschen wirklich keine Kopfschmerzen, dass seine Männer in der Liga seit 438 Minuten keinen Treffer mehr erzielt haben? Zumindest öffentlich hält er seine Hand schützend über die Spieler: «In dieser Welt verlieren wir nur allzu schnell die Wahrheit und den Glauben. Alles ist grossartig oder das Gegenteil davon, aber es gibt so viele Zwischenstufen. Ich sehe doch, wie die Spieler alles versuchen und als Team zusammenarbeiten.»

Befreiungsschlag oder Krise?

Und vielleicht sollte er ja Recht behalten, denn zuletzt hat Salah bei der 2:3-Pleite gegen ManUtd im FA Cup doppelt getroffen. Der Ägypter, der die Torschützenliste in der Premier League noch immer anführt, hat das Toreschiessen also nicht verlernt. Eine funktionierende Offensive wird der Schlüssel sein, dass Liverpool die Kurve wieder kriegt und im Rennen um den Meistertitel nicht weiter abgehängt wird – oder im schlimmsten Fall gar die internationalen Plätze verpasst.

Die Partie gegen Tottenham wird wegweisend sein. Ein Sieg muss her, ein Befreiungsschlag. Denn sonst droht der baldige Fall ins Tabellenmittelfeld, wie der Blick auf die Tabelle schonungslos aufzeigt. Spätestens dann dürfte auch Kritik am Welttrainer aufkeimen, die äussert ja bis dato «blue Sport»-Kommentator Marko Vucur fast exklusiv. Er ist es auch, der dem Deutschen den Spitznamen «The Whiny One» verpasst hat (Siehe Videos unten).

Und wenn es im Fussball-Business etwas nicht gibt, dann ist es ein Langzeitgedächtnis. Sprich: Schaltet Liverpool nicht schleunigst zwei, drei Gänge höher, so wird die Luft selbst für einen Trainer von Klopps Format dünn und dünner. Dessen ist sich der Deutsche bewusst. Aber noch gibt er sich selbstbewusst: «Wir wollen die Mannschaft sein, gegen die keiner spielen will.»

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