Mignolet beschwert sich über Liverpool-Ausleihe von Karius

Lbe

27.8.2018

Torwart Simon Mignolet will Liverpool verlassen.
Bild: Getty Images

Simon Mignolet verlor Mitte letzter Saison seinen Stammplatz im Tor von Liverpool an den Deutschen Loris Karius. Trotzdem ist der Belgier alles andere als glücklich über den kürzlich bekannt gewordenen Wechsel seines Konkurrenten.

Zu Beginn der letzten Saison noch die Nummer 1 im Tor von Liverpool – Ende Juli hinter dem neu verpflichteten Alisson Becker und Loris Karius nur noch dritte Wahl: Simon Mignolet hatte schon bessere Zeiten in seiner Torwart-Karriere. Dass er für Trainer Jürgen Klopp nach dem Abgang von Karius zu Besiktas Istanbul wieder erster Ersatz ist, ändert nichts an den Wechselabsichten des 30-Jährigen. Vielmehr ärgert er sich über das getätigte Leihgeschäft seines Konkurrenten.

«Ich finde es bizarr, dass Karius ausgeliehen wird, während ich auch Möglichkeiten hatte, verliehen zu werden» lässt Mignolet gegenüber der Tageszeitung «Het Laatste Nieuws» seinem Ärger freien Lauf. «Aber aus irgendeinem Grund war das nicht möglich. Ein Keeper, der mir im letzten Jahr vorgezogen wurde, kann auf Leihbasis gehen. Seltsam.»

Der 21-fache Nationalspieler führte Gespräche mit Neapel, Fenerbahce und ebenfalls mit Besiktas Istanbul. Auch Klubs aus der Premier League sollen Interesse gezeigt haben. Doch Liverpool wollte den Belgier nicht verleihen, sondern nur für rund 12 Millionen Euro verkaufen.

«Dieser Transfer von Karius ändert nichts für mich. Ich bin immer deutlich gewesen: Ich will spielen. Nummer zwei oder drei macht wenig Unterschied. Spielminuten sind das Wichtigste.»

Bei seinem Coach Jürgen Klopp scheint diese Botschaft noch nicht wirklich angekommen. Der deutsche Erfolgstrainer zeigte sich nach dem Sieg gegen Brighton & Hove (1:0) mit der Torhütersituation bei den «Reds» zufrieden: «Ich bin sehr glücklich für ihn und er (Loris Karius, Anm.d.R.) war ebenfalls sehr glücklich über diese Möglichkeit. Also alles gut. Und wir haben Simon Mignolet hier, ebenfalls ein wundervoller und perfekter Torhüter für uns.»

Mignolet dagegen will davon nichts wissen: «Nach dem Abgang von Loris wurde mir nichts gesagt. Also ich weiss nicht, wie meine Zukunft in Liverpool aussieht. Wir werden sehen, was in dieser Woche passiert.» Eine Aussprache der Beiden scheint also noch nicht stattgefunden zu haben. Zu dieser ist Klopp allerdings dringend anzuraten: Schafft er es nicht, den Belgier von einem Verbleib an der Anfield Road zu überzeugen, kann sich die komfortable Torhütersituation innert kürzester Zeit zu einem Problem entwickeln.

Nach Alisson stehen dann einzig die beiden Nachwuchskeeper Kamil Grabara und Caoimhin Kelleher zur Verfügung – und das Transferfenster für Neuverpflichtungen in England endete bereits am 9. August. Dass Liverpool trotz laufendem Vertrag von Mignolet bis 2021 in möglichen Verhandlungen nicht unbedingt am längeren Hebel sitzt, haben Ereignisse in jüngster Vergangenheit gezeigt. 

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