Zynische Berichterstattung Nach glanzlosem Sieg – «Die Mega-Bayern in der Einzel-Lobhudelei»

pat

24.10.2018

Nachdem die Bayern-Bosse letzte Woche die Medien frontal angegriffen hatten, war mit einer Retourkutsche zu rechnen. Nach dem Sieg gegen AEK Athen gibt es teils übertriebenes Lob, teils scharfe Kritik.

Die Bayern-Chefetage beklagte sich vergangenen Freitag in einer denkwürdigen Pressekonferenz über die teils harsche Kritik in den Medien. Und sie kündigte Konsequenzen gegen «respektlose Journalisten» an. «Das lassen wir uns nicht mehr bieten», sagte Karl-Heinz Rummenigge und berichtete von Unterlassungserklärungen, die der Verein dem Springer-Konzern, dem auch die «Bild»-Zeitung angehört, eingereicht habe.

Die «Bild» zeigt sich davon nicht beeindruckt und reagiert nach dem Bayern-Sieg in der Champions League bei AEK Athen am Dienstag Abend auf ein Interview von Niko Kovac. Der Trainer sagt bei «Sky», dass er «sehr viel Gutes» gesehen habe. Das Boulevard-Blatt kontert: «Kovac redet Bayerns Arbeitssieg schön».

Und in Richtung Uli Hoeness schiessen sie einen weiteren Giftpfeil. Was Bayern in Athen geboten habe, sei über weite Teile «Mist» gewesen – der Ausdruck «Mist» sei schliesslich von Hoeness legitmiert. Der Bayern-Präsident sagte nach dem Deutschen WM-Aus, dass Özil schon seit Jahren einen «Dreck» spiele – an der legendären Pressekonferenz sagte der mehr Respekt gegenüber seinen Spielern einfordernde Hoeness, dass er damals «Mist» statt «Dreck» hätte sagen sollen.

Viel subtiler ist die Reaktion auf «ran.de» ausgefallen. Statt der üblichen Zeugnisse und der sachlichen Spielerkritik verteilt das Fussballportal ausschliesslich Bestnoten für die Bayern-Spieler. Der passende Titel dazu: «Die Mega-Bayern bei AEK Athen in der Einzel-Lobhudelei».

Marcel Reif im Teleclub-Studio

Ohne Augenzwinkern erklärt Marcel Reif, was er von der Bayern-PK haltet. Dem Trainer habe man sicher keinen Gefallen getan, ist sich der Fussball-Experte sicher.

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