Nati-Noten: Dreimal ungenügend – Mvogo und Shaqiri überzeugen

Patrick Lämmle

16.10.2018

Drei Änderungen im Vergleich zum Belgien-Spiel: Mvogo, Moubandje und Gavranovic rutschen in die Startelf.
Bild: Keystone

Die Schweiz gewinnt gegen Island 2:1 und darf im November gegen Belgien um den Gruppensieg spielen. Es folgen die Einzelkritiken der Nati-Spieler.

Yvon Mvogo (Note: 5): Der Debütant zeigt eine starke Leistung und hält den Sieg für die Schweiz fest – auf der Linie ist er top. Beim Herausspielen mit dem Fuss nimmt er oft viel Risiko, in der 74. Minute wird das beinahe bestraft.

Fabian Schär (Note: 4,5): In der 87. Minute verhindert er mit einer Kopfballabwehr auf der Linie den Ausgleichstreffer. Gut zehn Minuten vorher bügelt er einen Fehler von Mvogo aus – der Goalie spielt den Ball direkt in die Füsse eines Isländers, der alleine aufs Tor losziehen könnte. Schär stoppt ihn mit einer Grätsche. Dafür sieht er Gelb, gegen Belgien wird er deshalb gesperrt fehlen.

Die Rettungsaktion von Fabian Schär.
srf.ch

Nico Elvedi (Note: 4): Er zeigt über die gesamte Spielzeit gesehen eine solide Leistung. Zwar schleicht sich der eine oder andere Fehler ein, doch grobe Schnitzer sind keine auszumachen. Der 22-jährige Innenverteidiger dürfte in den kommenden Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen.

François Moubandje (Note: 3.5): Geht zu wenig energisch in die Zweikämpfe, nach vorne kommt wenig. Ricardo Rodriguez bleibt in der Hierarchie die klare Nummer 1 auf der linken Abwehrseite.

Michael Lang (Note: 4): Eigentlich gelingt ihm nichts – doch dann kommt die 67. Minute und Lang erzielt das beruhigende 2:0. Zwar muss er nur noch einschieben, doch sein Laufweg zeigt, dass er diesen Treffer unbedingt erzielen wollte.

Hier erzielt Lang das wegweisende 2:0.
Screenshot srf.ch

Denis Zakaria (Note: 3): Kurz vor der Pause müsste er Gelb sehen, tut er aber nicht. Kurz nach der Pause steigt er erneut hart ein und sieht den gelben Karton dann doch noch. Oft steht er zu weit weg vom Gegenspieler und im Spiel nach vorne tritt er kaum in Erscheinung. Das kann er deutlich besser.

Granit Xhaka (Note: 4,5): Die butterweiche Flanke auf Torschütze Seferovic ist perfekt. Aber sonst? Nur selten verteilt er die Bälle so, dass Gefahr entsteht. Wenig vorbildlich ist sein Verhalten vor dem Gegentreffer, da lässt er Finnbogason einfach ziehen. Gerade von einem Captain erwarten wir über 90 Minuten vollen Einsatz, so wie in der 87. Minute – mit einem super Tackling im eigenen Sechzehner klärt Xhaka einen im Ansatz brandgefährlichen Angriff.

Haris Seferovic (bis 91. Minute – Note: 4.5): Er läuft für einmal als Flügelspieler auf, nicht im Sturmzentrum. In der 52. Minute ist er dann allerdings doch an vorderster Front anzutreffen und schon nickt er zum 1:0 ein. Ein wichtiger Treffer, der ihm weiter Aufwind geben dürfte.

Seferovic steigt höher als sein Gegenspieler und köpfelt den Ball via Lattenunterkante ins Tor.
Bild: Keystone

Xherdan Shaqiri (Note: 5): Er ist und bleibt der kreative Kopf in der Nati. Keiner kann seine Teamkollegen besser in Szene setzen als Shaqiri, der immer wieder die sogenannten Schnittstellenpässe spielt. Mit etwas mehr Glück hätte er kurz nach dem Gegentreffer den Zwei-Tore-Vorsprung wieder herstellen können, doch Islands Schlussmann pariert stark.

Xherdan Shaqiri ist nach dem Spiel sichtlich zufrieden.
Bild: Keystone

Steven Zuber (bis 88. Minute – Note: 4): Die erste Halbzeit gilt es schnell abzuhaken, doch nach dem Pausentee dreht er auf. In der 51. Minute prüft er den Goalie mit einem schönen Schlenzer, später bereitet er das 2:0 vor.

Mario Gavranovic (bis 69. Minute – Note: 3.5): Bereits in der 4. Minute hat er nach einem super Pass von Shaqiri die erste gute Abschlussmöglichkeit. In der 59. Minute vergibt er eine Hundertprozentige. Sein Einsatz als erster Verteidiger ist lobenswert, er gibt Vollgas und setzt die Isländer früh unter Druck.

Zu kurz für eine Benotung: Edimilson Fernandes (ab 69. Minute), Christian Fassnacht (ab 88. Minute) und Albian Ajeti (ab 91. Minute).

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