«Verbrennt Trikots» Palästinas Verbandschef wegen Attacke auf Lionel Messi gesperrt

DPA / wer

25.8.2018

Weil Argentinien ein Testspiel in Jerusalem bestreiten wollte, rief Dschibril Radschub dazu auf, Messi-Trikots zu verbrennen.
Weil Argentinien ein Testspiel in Jerusalem bestreiten wollte, rief Dschibril Radschub dazu auf, Messi-Trikots zu verbrennen.
Bild: Getty Images

Eine von der FIFA verhängte einjährige Sperre des palästinensischen Fussball-Verbandschefs Dschibril Radschub ist von palästinensischer Seite kritisiert und von Israel begrüsst worden. Der Weltverband hatte die Sanktion mit Radschubs Aufruf zum Verbrennen von Trikots von Lionel Messi begründet. Die Disziplinarkommission der FIFA sprach den Spitzenfunktionär der Anstiftung zu Hass und Gewalt schuldig.

Radschub kündigte am Samstag an, dass er gegen die FIFA-Sperre Einspruch einlegen wird. Er werde «jede mögliche Gelegenheit dazu nutzen», teilte er der Nachrichtenagentur AP nach Konsultationen mit seinen Anwälten mit.

Radschubs Verband hatte sich am späten Freitag «äusserst überrascht» von der FIFA-Entscheidung gezeigt, die «nicht verhältnismässig und absurd» sei und auf mangelnden Beweisen basiere.

Aufruf zur Trikot-Verbrennung

Israels Sicherheitsminister Gilad Erdan begrüsste die Entscheidung dagegen. Radschub habe «mehrfach Drohungen und Aufstachelung zum Terror benutzt, um seine politischen Ziele durchzusetzen». Er rief das Internationale Olympische Komitee (IOC) dazu auf, Radschub ebenfalls zu suspendieren.

Radschub hatte Fans vor dem später abgesagten WM-Testspiel zwischen Israel und Argentinien aufgefordert, Trikots und Poster von und mit Messi zu verbrennen. Die Partie sollte am 9. Juni in Jerusalem gespielt werden, wurde wegen Drohungen und politischer Proteste dann aber von den Argentiniern abgesagt.

Radschub, der auch Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Palästinas ist, darf wegen der FIFA-Sanktionen für ein Jahr keine Fussballspiele als Offizieller besuchen und an keinen Medien-
Aktivitäten in Stadien oder deren Umgebung teilnehmen. Zudem wurde er zu einer Geldstrafe von umgerechnet 17'500 Euro verurteilt. Radschub erhielt keine Anhörung. Als Verbandschef darf Radschub im Amt bleiben und auch an Sitzungen der FIFA teilnehmen.

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