Sorgen um Fussball-Legende

Pelés Familie weist Berichte über baldigen Tod zurück

DPA/jar

5.12.2022

Pelé soll es besser gehen, als brasilianische Medien behaupten.
Pelé soll es besser gehen, als brasilianische Medien behaupten.
Keystone

Ein Zeitungsbericht über den Gesundheitszustand von Pelé hatte am Wochenende für grosse Sorge um die brasilianische Fussball-Legende gesorgt. Nun haben sich Töchter und ein Enkel dazu geäussert.

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5.12.2022

Familienangehörige von Brasiliens Fussball-Idol Pelé haben Berichten über einen möglicherweise baldigen Tod des 82-Jährigen energisch widersprochen. Zwei Töchter und ein Enkel des dreimaligen Weltmeisters erklärten in einem Fernseh-Interview am Sonntagabend, Pelé werde seit Dienstag wegen einer Atemwegserkrankung im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion behandelt. Die Zeitung «Folha de S. Paulo» hatte dagegen am Samstag berichtet, Pelé erhalte palliative Massnahmen. Er spreche nach seiner Krebserkrankung nicht mehr auf die Chemotherapie an.

«Er ist krank, er ist alt. Aber sobald es ihm besser geht, wird er wieder nach Hause gehen», sagte Pelés in den USA lebende Tochter Kely Nascimento dem Sender TV Globo. Ihre Schwester Flavia Nascimento ergänzte: «Es ist sehr unfair, wenn Leute sagen, dass er am Ende seines Lebens ist, in palliativer Pflege. Leute, das stimmt nicht. Glaubt uns.» Ihr Vater befinde sich nicht auf der Intensivstation, sondern in einem normalen Krankenzimmer.

Pelés Enkel Arthur Arantes do Nascimento berichtete, er habe mit seinem Grossvater über die ersten Spiele Brasiliens bei der WM in Katar am Telefon gesprochen. Dabei habe Pelé den zuletzt fehlenden Neymar vermisst. Auch sei Pelé sehr gerührt von den vielen Genesungswünschen aus aller Welt gewesen. Er sehe Leute, die sagten, er möge in Frieden ruhen. Pelé habe gesagt: «Das wird eines Tages passieren, aber nicht heute.» Es sei eine Frage der Zeit, wann es seinem Grossvater besser gehe. «Er wird sehen, wie Brasilien zum sechsten Mal Weltmeister wird», sagte Arthur Arantes do Nascimento.

Fussball-Grössen beten für Pelé

Auch an der WM in Katar ist das Thema Pelé seit einigen Tagen omnipräsent. «Betet für den König», schrieb Kylian Mbappé am Samstag auf Twitter. England-Captain Harry Kane sprach von einer «traurigen Nachricht» und sendete beste Genesungswünsche.

«Wir beten für Pelé», sagte auch Jürgen Klinsmann am Sonntag auf einer Pressekonferenz als Mitglied der Technischen Studiengruppe der FIFA (TSG): «Ich habe ihn oft getroffen. Er ist so eine wundervolle Person. Er ist der beste aller Zeiten, daran gibt es keinen Zweifel.»

Der langjährige Arsenal-Trainer Arsene Wenger, Chef der TSG, meinte: «Pelé war mein Vorbild, als ich ein Kind war. Wir wünschen ihm natürlich alles, alles Gute. Ich hoffe, dass es ihm schnell wieder besser geht.» Wenger berichtete, er habe «vor kurzer Zeit mit seinem Agenten gesprochen. Er war gar nicht so negativ, wie die Nachrichten sind. Er sagte, dass er im Krankenhaus ist, aber nicht in Gefahr. Lassen sie uns also hoffen, dass er sich schnell erholt.»

Pelé: «Ich bin stark und habe viel Hoffnung»

Pelé selbst hatte sich am Wochenende in den sozialen Netzwerken zu Wort gemeldet. «Meine Freunde, ich möchte, dass alle ruhig bleiben und positiv denken. Ich bin stark, habe viel Hoffnung und setze meine Behandlung fort», schrieb er.

Im September vergangenen Jahres war Pelé ein Tumor am Dickdarm entfernt worden, den Ärzte bei einer Routineuntersuchung entdeckt hatten. Das Hospital Albert Einstein in São Paulo schrieb in einem Bulletin, das Pelé veröffentlicht hatte, er sei zur erneuten Überprüfung seiner Chemotherapie aufgenommen worden. Flavia Nascimento erklärte, derzeit gehe es im Krankenhaus auch um die Einstellung auf die Krebs-Medikamente.