Yevgeny Frolov

Russischer Klub bestraft eigenen Spieler wegen Kritik an Putin

jar

29.4.2020

Der russische Goalie Yevgeny Frolov hat Präsident Wladimir Putin öffentlich kritisiert.
Der russische Goalie Yevgeny Frolov hat Präsident Wladimir Putin öffentlich kritisiert.
Bild: Getty

Weil er Präsident Wladimir Putin wegen seiner Politik im Kampf gegen das Coronavirus kritisiert hat, wird der russische Fussballprofi Yevgeny Frolov nun vom eigenen Klub «zur Rechenschaft gezogen».

Der russische Erstligist FC Krylya Sovetov Samara gab am Montag bekannt, dass die Kommentare von Torhüter Yevgeny Frolov über Wladimir Putin die Interessen des Klubs verletzt hätten und der Torhüter deswegen «gemäss den Richtlinien des Vereins bestraft wird». Die Vereinsführung und das Trainerteam teile die Meinung des Fussballers nicht. Ausserdem hätten «die Behörden viel für die Entwicklung des Fussballs in der Region Samara und in Russland getan und dem Klub ein neues Stadion ermöglicht».

Frolov hatte in einem Interview den russischen Staatspräsidenten für dessen Auftreten und Handlungen während der Corona-Krise kritisiert und ihn beschuldigt, «nur Unsinn» zu erzählen. «Es gibt keine wirklichen Handlungen. Wenn man mit echten Geschäftsleuten spricht, erfährt man, dass Banken niemals zinsgünstige Kredite vergeben und keine (Kredit-)Verzögerung gewähren. Kreditferien? Die gibt es hier nicht. Der Präsident hat gesagt: ‹Sie müssen›, aber niemand hört auf ihn», wurde Frolov von der «Moscow Times» zitiert. 

Ausserdem sagte der 32-jährige Goalie: «Wir werden gezwungen, zu Hause zu bleiben, und es gibt keine staatliche Hilfe. Wenn wir rausgehen, werden wir mit einer Geldstrafe belegt. Aber die Leute haben kein Geld, sie gehen nun in einen zweiten Monat in Folge ohne Gehalt. Dies ist im Rest von Europa nicht der Fall. Und was macht die Polizei? Sie führen die Leute einfach ab oder schlagen ihnen ins Gesicht.»

Gemäss der russischen Sportnachrichtenagentur «Championat.com» wird Frolov für seine Aussagen wohl mit einer Geldstrafe bestraft. Der Keeper ist mit seiner Ansicht allerdings nicht alleine. Gemäss einer Umfrage der staatlichen Wahl-Agentur VTsIOM ist das Vertrauen der Bevölkerung in die russische Regierung so klein wie seit 14 Jahren nicht mehr.

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