Sané doch nicht zu Bayern? Kahn über Top-Transfers: «Bin eher skeptisch»

dpa/jar

1.6.2020 - 15:33

Die Bayern-Fans sind zuversichtlich, dass Leroy Sané kommende Saison in München spielen wird. Für Vorstand Oliver Kahn ist das offenbar alles andere als sicher.
Bild: Getty

Bayern-Vorstand Oliver Kahn blickt mitten in der Corona-Krise mit gehöriger Skepsis auf den Transfermarkt im Fussball. Der 50-Jährige schliesst sogar den Verzicht auf Spielereinkäufe beim deutschen Rekordmeister in diesem Sommer nicht aus.

«Das könnte eine Option sein», sagt Kahn am Sonntagabend in der Sendung «Sky 90». «Wir haben durch den Ausbruch dieser Krise gesehen, wie verletzlich dieses System Profifussball ist. Ich glaube, dass sich viele Vereine, auch viele europäische Vereine, sehr viele Gedanken machen. Wie geht das Ganze nach Corona weiter? Und was bedeutet das finanziell?», so der designierte Vorstandsvorsitzende des FC Bayern.

Bei dem als Neuzugang gehandelten Nationalspieler Leroy Sané von Manchester City und dem ebenfalls immer wieder mit dem FC Bayern in Verbindung gebrachten Leverkusener Kai Havertz antwortet Kahn grundsätzlich: «Da wäre ich ganz vorsichtig, jetzt über irgendwelche Transfers nachzudenken im grösseren Millionenbereich, weil im Moment sind erstmal ganz andere Dinge zu bewältigen, bevor dieser Markt – wenn überhaupt – wieder anspringen wird und da überhaupt Grösseres passiert. Im Moment bin ich da eher skeptisch.»



Kahn will kein Risiko eingehen

Bei Sané, der nur noch ein Jahr in Manchester unter Vertrag steht, wurde zuletzt bereits über eine Ablöse von 40 bis 50 Millionen Euro spekuliert. «Ich wehre mich dagegen, auch bei 30 oder 40 Millionen, egal für welchen Spieler, dass das Peanuts oder kleinere Summen wären in der heutigen Zeit», sagt Kahn. Man müsse zudem vermehrt über Personalkosten nachdenken. «Wir sind im Moment sehr gut beraten, da eine gewisse Vorsicht walten zu lassen, bevor man da zu arg ins Risiko geht», meint Kahn. Und weiter: «Sané hat einen Vertrag bei Manchester City und versucht momentan Anschluss zu finden.»

Aktuell ist der Bundesliga-Tabellenführer bemüht, nach Goalie Manuel Neuer und Angreifer Thomas Müller auch David Alaba und Thiago über 2021 hinaus zu binden. «Wir sind in Gesprächen mit beiden Spielern», sagt Kahn, der durchaus zuversichtlich ist: «Wir haben als FC Bayern gute Argumente, wenn man sich das im europäischen Kontext anschaut, die Spieler davon zu überzeugen, dass sie bei uns wissen, was sie haben.»


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