Coach gesucht Seoane ein Top-Kandidat als neuer Gladbach-Trainer – und was ist mit Favre?

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16.2.2021

Heuert Gerardo Seoane im Sommer bei Gladbach an?
Heuert Gerardo Seoane im Sommer bei Gladbach an?
Bild: Keystone

Am Sonntag gibt Borussia Mönchengladbach bekannt, dass Trainer Marco Rose den Klub im Sommer verlassen wird. Nun läuft die Suche nach dem Nachfolger auf Hochtouren – und auch einen Schweizer haben die «Fohlen» auf dem Radar.

Lange wurde darüber spekuliert – jetzt ist die Sache fix: Marco Rose heuert im Sommer als neuer Coach von Borussia Dortmund an. Er wird damit der Nachfolger von Lucien Favre und Interimscoach Edin Terzic, der dann wiederum als Assistenzcoach beim BVB fungieren dürfte.

Damit ist die Trainerfrage in Dortmund geklärt. In Gladbach hingegen wird ein Platz frei. Eine Kandidatenliste für den bald vakanten Posten bei den «Fohlen» existiert aber schon jetzt. Zumindest will die «Bild»-Zeitung wissen, dass Gladbach aktuell vier Wunschlösungen hat – und einer der genannten Trainer kommt aus der Schweiz: «Wie Bild erfuhr, ist neben den bisher gehandelten Florian Kohfeldt (Bremen), Jesse Marsch (Salzburg) und Erik ten Hag (Amsterdam) jetzt ein weiterer ganz heisser Kandidat im Rennen: Gerardo Seoane von den Young Boys.»

Bereits vor Roses Ankunft bei Gladbach im Sommer 2019 wurde Seoane als möglicher Coach der «Fohlen» gehandelt, im Januar berichtete dann die «Rheinische Post» erneute vom Interesse der Borussia am YB-Trainer. Dieser will davon allerdings nichts wissen, wie er vor drei Wochen gegenüber «SRF» betonte: «Für mich ist das zum heutigen Zeitpunkt überhaupt nicht relevant, weil ich bei YB eine spannende und tolle Aufgabe habe. Ausserdem habe ich meinen Vertrag vor zwei Monaten verlängert und wir haben eine spannende Rückrunde vor uns.»

Dass der 42-Jährige aber auch für höhere Aufgaben zu begeistern ist, hat er in seiner Zeit beim FC Luzern allerdings auch bewiesen. Nur sechs Monate nach seinem Amtsantritt als Chefcoach beim FCL, den er vom vorletzten Platz auf Rang 3 führte, wechselte er in die Hauptstadt. So sagte er nun auch: «Natürlich ehrt es einen extrem, wenn man als Schweizer Trainer in einer solch grossen Liga gehandelt wird und eventuell auch berücksichtigt werden würde. (...) Es ist so im Fussball, dass man nie weiss, was die Zukunft bringen wird.»

Von einer Anstellung in der Bundesliga scheint Seoane also alles andere als abgeneigt zu sein, auch wenn er seinen Vertrag in Bern erst kürzlich bis 2023 verlängerte. Steine würden ihm die Young Boys nach dem dritten Meistertitel in Serie (YB hat aktuell 16 Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz) wohl kaum in den Weg legen – womöglich ist vertraglich auch bereits geregelt, dass er YB bei einem bestimmten Angebot verlassen darf.

Auch Favre wäre verfügbar

Wie auch immer: Ein Kandidat, den man bei Gladbach immer auf dem Zettel hat, ist Lucien Favre. Der Westschweizer rettete die «Fohlen» 2011 in extremis vor dem Abstieg und führte den Klub in die Champions League, bevor er Gladbach 2015 auf eigene Faust und gegen den Willen des Vereins verliess.

Gladbach-Sportchef Max Eberl schwärmte in der Folge immer wieder öffentlich vom Waadtländer und machte auch keinen Hehl daraus, dass er Favre jederzeit noch einmal verpflichten würde. «Wenn ich Manager eines anderen Vereins wäre, dann würde ich mich mit Lucien Favre beschäftigen», sagte Eberl im September 2015, nur wenige Tage nach dem Rücktritt des Schweizers.

Und just bevor Favre beim BVB nach der 1:5-Klatsche gegen Stuttgart entlassen wurde, verteidigte der Gladbach-Sportchef Favre mit den Worten: «Er ist immer noch der punktbeste Dortmund-Trainer. Deswegen wäre es nicht gerecht, wenn man alles auf Lucien Favre ablastet.» Seit Dezember ist Favre nun vereinslos. Die Bundesliga kennt er nach seinem zweieinhalbjährigen Engagement in Dortmund natürlich bestens. Kommt es im Sommer zum grossen Comeback?

Ist seit rund zwei Monaten ohne Job: Lucien Favre.
Ist seit rund zwei Monaten ohne Job: Lucien Favre.
Bild: Keystone
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