Steht schon vor der Auslosung fest, wer an der EM gegen wen spielt?

17.10.2019 - 20:07, jar

Deutschland-Trainer Jogi Löw könnte zwei seiner drei EM-Gegner schon vor der Auslosung kennen.
Bild: Getty

Die Gruppen-Auslosung der EM 2020 geht am 30. November in Bukarest über die Bühne. Aber schon jetzt scheinen zumindest zwei Paarungen klar zu sein. Möglich macht es der komplizierte Modus mit zwölf Gastgebern.

2020 wird erstmals überhaupt eine Europameisterschaft mit mehr als zwei Gastgeber-Nationen ausgetragen. Gleich zwölf europäische Städte (Schweizer sind keine dabei) dürfen sich Gastgeber nennen, selbst wenn das Land, in welchem die Gastgeber-Stadt liegt, gar nicht an der EM dabei ist. Nicht nur deshalb wird sich die Auslosung in sechs Wochen sehr kompliziert gestalten.

Wenn Ende November die sechs EM-Gruppen ausgelost werden, stehen nämlich erst 20 der 24 Teilnehmer fest. Die restlichen 4 sichern sich ihr Ticket erst im März über das Barrage-Turnier der Nations League – auch die Schweiz hätte die Möglichkeit, sich so doch noch für die EM zu qualifizieren, sollte es mit der direkten Qualifikation trotz der guten Ausgangslage nicht klappen.

Falls sich Gastgeberländer wie Irland, Rumänien oder Schottland über die Barrage für die EM qualifizieren sollten, könnte es im April sogar zu einer zweiten Auslosung kommen. Auch, weil politisch sensible Partien drohen.

Deutschland vs. Ukraine schon vor der Auslosung fix?

Für Deutschland könnte die Auslosung am 30. November ohnehin zur Farce werden, da zwei der drei Gruppengegner schon feststehen könnten, bevor überhaupt ein Los gezogen wurde.

Die bereits qualifizierten Ukrainer brauchen in ihrem letzten Quali-Spiel in Serbien nur noch einen Punkt, um sich als eines der sechs besten Teams der Qualifikation einen Platz in Lostopf 1 zu sichern. Die weiteren Top-Kandidaten für diesen Topf sind aufgrund ihrer Punktstände Belgien, England, Holland, Spanien und Italien – bis auf Belgien handelt es sich bei allen um EM-Co-Gastgeber, die ihre jeweilige Heimgruppe in London, Amsterdam, Bilbao und Rom zugeordnet bekommen würden. Belgien und die Ukraine würden in die noch freien Gruppen B und F mit den Spielorten München/Budapest und Kopenhagen/St. Petersburg gelost werden.

Weil die Ukraine an der EM laut UEFA-Beschluss aus politischen Gründen nicht auf Russland (ebenfalls bereits qualifiziert) treffen darf, wäre sie automatisch in der Gruppe F mit Deutschland. Stösst das Team von Jogi Löw also Holland nicht noch von Quali-Platz 1, qualifiziert sich aber als Zweiter trotzdem für die EM, steht bereits Anfang November fest, dass Deutschland im Sommer 2020 auf die Ukraine treffen wird. Und womöglich wird es sogar noch verrückter: Qualifiziert sich nämlich auch Ungarn (in der Quali-Gruppe E aktuell auf Rang 2), würde bereits der nächste Deutschland-Gegner feststehen, da Ungarn Co-Gastgeber der Deutschen ist.

Klar wäre dann auch, dass Belgien wie schon in der Qualifikation gegen Russland spielt. Dänemark wäre das dritte Team in Gruppe B, sollte sich der Schweizer Quali-Gegner ebenfalls für die EM qualifizieren. Weitere mögliche Paarungen heissen aufgrund der Co-Gastgeber-Konstellation: Spanien/Irland, Holland/Rumänien und England/Schottland.

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