«Viele Personen gefährdet»: Valencia kritisiert Atalanta-Coach Gasperini

DPA / wer

1.6.2020 - 10:41

Atalanta-Coach Gian Peiro Gasperini während des Champions-League-Spiels gegen den FC Valencia.
Bild: Getty

Atalanta-Trainer Gian Piero Gasperini bangte um sein Leben. Vor und nach dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Valencia habe er sich sehr schlecht gefühlt. «Ich hatte kein Fieber, aber ich fühlte mich zerschlagen, als hätte ich 40 Grad», sagt Gasperini der «Gazzetta dello Sport».

«Alle zwei Minuten fuhr ein Krankenwagen vorbei, in der Nähe gibt es ein Krankenhaus. Es schien wie im Krieg. Nachts dachte ich, was passiert mit mir? Ich kann jetzt nicht sterben, ich habe noch so viel zu tun.» Später habe ein Test bestätigt, dass er sich mit Corona infiziert hatte.

Der FC Valencia zeigte sich erstaunt von Gasperinis Aussagen, reiste doch die ganze Mannschaft am 10. März noch nach Spanien zum Rückspiel. «Valencia CF möchte seine Überraschung über die Kommentare von Atalanta-Trainer Gian Piero Gasperini öffentlich zum Ausdruck bringen», heisst es in einer Erklärung. Der Coach sei sich der Leidenssymptome bewusst gewesen ohne vorbeugende Massnahmen ergriffen zu haben, kritisiert der Verein.

Die Bergamasken sind wie «Glut unter der Asche»

«Solche Aktionen hätten, wenn dies den Tatsachen entspräche, zahlreiche Menschen während der Reise nach Valencia und ihres Aufenthalts in Valencia gefährdet», heisst es weiter. Einige Tage nach dem Spiel hatte der FC Valencia berichtet, dass bei «rund 35 Prozent» der Spieler und Mitarbeiter der Mannschaft der Coronavirus diagnostiziert worden war.



Bergamo war in der Pandemie der Hotspot Italiens. Hier starben so viele Menschen, dass die Leichen mit Armeelastern fortgebracht werden mussten. Das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League von Atalanta gegen den FC Valencia am 19. Februar gilt als einer der Treiber für die verheerende Ausbreitung der Krankheit in Norditalien. Beim italienischen Verein spielt auch der Schweizer Profi Remo Freuler.

Gasperini erzählt weiter, er habe vor zehn Tagen einen Test gemacht. «Ich habe Antikörper, aber das heisst nicht, dass ich immun bin.» Der Fussballklub könnte der Stadt beim Neustart helfen. «Es braucht Zeit für Spass und Freude auf den Plätzen», so der Trainer. Aber die Leute aus Bergamo seien wie «Glut unter der Asche». «Langsam aber sicher wird alles wieder so sein wie vorher.»

Die Serie A will derweil zum Neustart nach der Corona-Pause am 20. und 21. Juni zunächst vier Ende Februar ausgefallene Partien nachholen. So soll Atalanta Bergamo gegen Sassuolo antreten, Inter Mailand gegen Sampdoria Genua.

4:1 gegen Valencia – Freuler trifft bei Atalantas Gala-Sieg

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