«Weiss nicht, was Favre da reitet» – Goalie-Frage beim BVB sorgt für Verwirrung

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26.10.2020 - 09:47

Roman Bürki rückt am Wochenende wieder in die BVB-Startelf. Doch bleibt er nun auch die Nummer 1 von Lucien Favre?
Bild: Getty

Nachdem Lucien Favre zuletzt Marwin Hitz das Vertrauen geschenkt hatte, lässt der BVB-Trainer am Wochenende wieder Roman Bürki ran. Fussball-Deutschland hat für die Goalie-Rotation wenig Verständnis.

Die Goalie-Frage bei Borussia Dortmund ist auch beim «Doppelpass» bei «Sport 1» ein Thema. Bürki musste anfangs Monat wegen eines Infekts pausieren, sass danach aber in der Bundesliga beim 1:0-Sieg gegen Hoffenheim und auch in der Champions League bei der 1:3-Pleite bei Lazio auf der Bank. Sein Ersatz Marwin Hitz machte seine Sache ordentlich, musste an diesem Wochenende gegen Schalke aber wieder für Bürki Platz machen. 

«Ich weiss nicht, was Favre da reitet», sagt «blue»-Experte Marcel Reif, der beim «Doppelpass» zu Gast ist. «Ich kann es nicht nachvollziehen. Es kann gute Gründe dafür geben, aber es kommt aus dem Nichts. Und ich weiss nicht, ob sich Favre damit einen Gefallen tut.»

Auch wenn für BVB-Sportchef Michael Zorc Bürki «die klare Nummer 1» ist, will sich der Schweizer Coach auch nach dem 3:0-Sieg gegen Schalke nicht festlegen: «Mir gefällt die Frage nicht. Wir werden sehen, wir denken von Spiel zu Spiel. Alle haben Konkurrenz. Sie haben welche und ich auch», antwortet ein etwas genervter Favre einer «ZDF»-Reporterin.



«Das geht immer in die Hose»

Mit seinen Goalie-Entscheiden sorgt der 62-Jährige für Verwirrung, deutsche Medien schreiben von einer «unnötigen Baustelle», welche die Mannschaft irritieren würde. «In der Torwart-Frage MUSS der Schweizer zwingend eine klare Aussage tätigen», ist in einem Kommentar auf «Sport Bild» zu lesen. 

Womöglich wolle Favre mit seinem Handeln erreichen, dass Ersatzkeeper Hitz nicht enttäuscht ist, den Fokus nicht verliert und das Gefühl bekommt, nahe an der Startelf dran zu sein. «Doch solche Sentimentalitäten sind im millionenschweren Fussball-Geschäft fehl am Platz. Rückschläge dieser Art gehören nun mal zum Alltag eines Profis.» Christoph Biermann von «11Freunde» sagt im «Doppelpass»: «Manchmal haben Trainer eine Idee und denken, dass das viel bringen würde, aber es geht immer in die Hose.»

Marcel Reif glaubt indes, dass die Goalie-Debatte am Ende auch über Favres Zukunft entscheiden könnte. «Das Konfliktpotenzial ist gross. Sein Vertrag (bis 2021, Anm. d. Red.) ist noch nicht verlängert. Ein Spiel wie gegen Lazio und man stellt sich in Dortmund wieder die Frage, ob Favre wirklich der richtige für diese Mannschaft ist. Jetzt sagt der Sportdirektor das eine und der Trainer das andere, das halte ich für gefährlich.»

Fakt ist aber auch, dass Dortmund in der Bundesliga unter Favre noch nie besser gestartet ist als in dieser Saison. Und so gibt es wenig Argumente, Favre für sein Handeln zu kritisieren. Nichtsdestotrotz müsste er beim Festlegen einer Nummer 1 wohl weniger nervige Fragen beantworten.

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