Studie beweist: Fussball gucken ist gut für die Gesundheit 

13.8.2019 - 11:19, SB10

Fussball im Stadion schauen ist für viele Menschen rund um den Globus eine tolle Leidenschaft. Dank neuen Forschungsergebnissen der Universität von Leeds wird es noch besser: Diese beweisen eine positive Wirkung.

Die Studie, welche in Kürze veröffentlicht werden soll, zeigt, dass sich das Mitfiebern mit seiner Fussballmannschaft im Heimstadion positiv auf die Gesundheit auswirkt. Die Zuschauer erfahren dabei körperliche Belastungen, die einem zügigen 90-minütigen Spaziergang entsprechen. Die Ergebnisse zeigen auch, dass ein Sieg die Stimmung der Zuschauer nach Spielende noch für ganze 24 Stunden hebt.

«Die Unterstützung seines Teams bei einem Fussballspiel gibt einem letztendlich ein moderates kardiovaskuläres Training und je nach Ergebnis des Spiels einen psychologischen Auf- oder Abschwung», sagt die Sportwissenschaftlerin Dr. Andrea Utley, welche bei der Studie mitwirkte.

«Guter Stress»

Beim Experiment wurden in der letzten Meisterschaftssaison 25 Fans von Leeds United im Alter zwischen 20 und 62 Jahren während drei Schlüsselspielen untersucht: Die Probanden wurden bei einem Spiel in einer kontrollierten Umgebung verfolgt, bei dem anderen beiden Partien hingegen wurden sie während des (äusserst spannenden) Playoff-Finals der Mannschaft live im Stadion beobachtet. Dabei stand für Leeds der Aufstieg in die englische Premier League auf dem Spiel. Die Forscher analysierten die Herzfrequenzen der Teilnehmer vor dem Spiel, in der Halbzeit und nach Beendigung des Spiels – und stellten fest, dass die Herzfrequenzen im Durchschnitt um 17 Prozent stiegen.

«Es gibt guten Stress und es gibt schlechten Stress – es gibt ein Niveau der Erregung, das eigentlich gut für dich ist und ein Niveau der Erregung, das zu viel für dich ist», sagte Utley gegenüber «CNN». «Obwohl die Leute denken, dass Fussball schauen einen überfordert, tut es das nicht. Wir fanden heraus, dass es die Leute auf einem guten Niveau der Erregung hält.» Die Herzfrequenz erreichte besonders bei Torchancen Spitzenwerte – sie stieg nach einem Tor von Leeds um 27 Prozent, nach einem Gegentor um 22 Prozent. Und nicht weiter verwunderlich: Je mehr das Spiel zählt, desto grösser sind die Reaktionen.

Weitere Vor- und Nachteile

Die Studie unterstreicht noch weitere Pluspunkte, welche man im Fussballstadion hat: Obwohl der Blutdruck während des Spiels stieg, hatten die Fans weit nach Spielschluss für längere Zeit einen niedrigeren Blutdruck. «Es gibt dieses Vorurteil, dass man bei einem Spiel ständig unter Strom ist und fast Höllenqualen erleidet», so Utley. «Die Realität sieht anders aus: ‹Ich denke, wir geniessen die ganze Sache sehr, wir geniessen es, leidenschaftlich zu sein›.» Leider ist das nach einer Niederlage nicht der Fall, da der Blutdruck noch lange nach dem Abpfiff weiter steigt.

Des Weiteren wurde festgehalten, dass die Stimmung der Menschen durch den Ausgang des Spiels stark beeinflusst wird. Die Teilnehmer füllten vor und nach jedem Spiel eine «Stimmungs-Umfrage» aus: Während nach einem Sieg sich ein «absolutes Hoch» einstellt – die Euphorie hält bis zu einem Tag an – fühlen sich Niederlagen tatsächlich – nicht weiter überraschend – «niederschmetternd» an.

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