Brems-Betrug in der Formel 1? Renault droht Disqualifikation

15.10.2019 - 11:18, jar

Hat Renault in Suzuka geschummelt?
Bild: Keystone

Bahnt sich in der Formel 1 ein grosser Skandal an? Das Team Racing Point legte nach dem GP von Japan am Sonntag Protest ein, weil Renault ein irreguläres Bremssystem verwendet haben soll. Die FIA ermittelt.

Nach dem enttäuschenden Qualifying mit den Plätzen 15 und 16 gestaltete sich das Wochenende für Renault in Suzuka am Ende doch noch erfolgreich. Daniel Ricciardo krönte seine Aufholjagd mit dem sechsten Platz, Nico Hülkenberg konnte als Zehnter immerhin auch noch einen Punkt einfahren. Doch nun droht dem französischen Rennstall der Verlust dieser Punkte – und im schlimmsten Fall sogar der Verlust aller in dieser Saison eingefahrenen Zähler.

Was hat Renault verbrochen? Konkurrenz-Rennstall Racing Point hat am Sonntag nach dem Rennen ein zwölfseitiges Dokument beim Automobilweltverband FIA eingereicht und offiziell Protest eingelegt. Der Vorwurf: Renault soll in Suzuka ein illegales Bremssystem verwendet haben.

Dieses System soll es ermöglichen, die Bremsbalance zwischen vorderer und hinterer Bremse je nach Position auf der Strecke automatisch zu verstellen. Die Bremsbalance darf laut Regelwerk nur vom Fahrer selbst verändert werden. Medienberichten zufolge soll Racing Point durch einen früheren Renault-Angestellten an die Informationen gekommen sein. 

Renault droht Imageverlust und Punktabzug

Die Beschwerde von Racing Point wurde von der FIA zugelassen. Die Ermittlungen laufen, Lenkräder und Steuerelektronik wurden vom Automobilweltverband beschlagnahmt und werden jetzt überprüft. Die FIA muss klären, ob der Vorwurf gegen Renault berechtigt ist. Der Entscheid wird in den nächsten Tagen erwartet.

Bestätigt sich der Verdacht des Brems-Betrugs, droht Renault die Disqualifikation vom Rennen in Japan – die eingefahrenen Punkte wären verloren. Hinzu kommt ein grosser Imageverlust. Kommt die FIA sogar zum Schluss, dass die Franzosen schon seit Beginn der Saison betrogen haben, könnte Renault nebst einer hohen Geldstrafe sogar alle bereits gesammelten WM-Punkte (77) verlieren. 

Renault hat in einem Twitter-Statement angekündigt, eine umfangreiche Verteidigung gegen die Vorwürfe vorzubereiten.

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