Heiligenschein als Schutzengel: Der oft kritisierte «Halo» rettete Grosjean wohl das Leben

sda

30.11.2020 - 10:38

Grosjean rettet sich nach Horror-Crash in Bahrain aus seinem brennenden Auto

Grosjean rettet sich nach Horror-Crash in Bahrain aus seinem brennenden Auto

Kurz nach dem Start kracht Romain Grosjean beim GP in Bahrain ungebremst in die Leitplanke, worauf sein Wagen sofort in Flammen aufgeht. Mit viel Glück kann sich der Franzose aus seinem Auto retten und kommt ohne schwerwiegende Verletzungen davon.

29.11.2020

Der Heiligenschein rettet Romain Grosjean am Sonntag beim Grand Prix von Bahrain das Leben. Dabei gehörte der Genfer vor der Einführung dieses «Halo» genannten Cockpitschutzes selbst zu den Kritikern.

Mit seiner Twitter-Nachricht am späten Sonntagabend liess Romain Grosjean die Sportwelt endgültig aufatmen. «Mir geht es gut. Na ja, ziemlich gut!», meldete der Genfer aus dem Spital in Sakhir. «Vor ein paar Jahren war ich nicht für den Heiligenschein. Aber er ist das Beste, was wir in der Formel 1 eingeführt haben», sagte Grosjean.

Grosjean: «Ohne den Halo könnte ich jetzt nicht mit euch sprechen»

Grosjean: «Ohne den Halo könnte ich jetzt nicht mit euch sprechen»

Romain Grosjean überlebt am Sonntag einen schweren Unfall. Der Formel-1-Pilot führt seine Rettung auf das Sicherheitssystem Halo zurück, wie er aus dem Spitalbett meldet. Dabei sei er bei der Einführung noch dagegen gewesen.

30.11.2020

Der 34-jährige Westschweizer, der mit einer französischen Lizenz für das Team Haas fährt, ist sich nach seinem fürchterlichen Unfall in der ersten Runde des Grand Prix von Bahrain bewusst: «Ohne dies wäre ich heute nicht in der Lage, mit euch zu sprechen.» Ohne Zweifel: Der Cockpitschutz, den sie «Halo» («Heiligenschein») nennen, hat Grosjean das Leben gerettet. Ohne ihn hätte der Haas-Pilot wohl nicht lebend aus dem brennenden Boliden steigen können.

08 Romain Grosjean from France Haas F1 Team VF-18 Ferrari  with paraffin into the halo during the Spanish Formula One in-season young drivers Tests at Circuit de Barcelona - Catalunya on 15th and 16th of March, 2018 in Montmelo, Spain.  (Photo by Xavier Bonilla/NurPhoto via Getty Images)
Der «Halo» schützt die Fahrer von herumfliegenden Teilen. 
Bild: Getty

Der «Halo» ist ein Cockpitschutz, der seit 2018 in der Formel 1 Pflicht ist. Es handelt sich dabei um einen Titanbügel von etwa sieben Kilogramm, der ringförmig über den Kopf des Fahrers im Cockpit gespannt und in der Mitte mit einer Strebe befestigt ist.

Der «Heiligenschein», wie er aus dem Englischen übersetzt heisst, soll die Fahrer vor herumfliegenden grösseren Teilen schützen. Seine Einführung war vom Weltverband FIA gegen Kritik beschlossen worden. Grosjean selbst gehörte nicht zu den Befürwortern.



«Halo» muss zwölf Tonnen standhalten

Die Fahrer mussten damals bei einem Test beweisen, dass sie trotz der Konstruktion in der Lage sind, in sieben Sekunden den Wagen zu verlassen. Dass dies ein realistisches Szenario ist, zeigte der Sonntag. Grosjean entkam den Flammen ohne fremde Hilfe.

Der «Halo» muss der FIA zufolge dem Gewicht von zwei afrikanischen Elefanten – bei zwei männlichen Tieren rund zwölf Tonnen – und einem vollen Koffer standhalten, der mit 225 km/h abgefeuert wird.

Der «Halo» wurde als Reaktion auf schwere Unfälle eingeführt. Der Brasilianer Felipe Massa war 2009 in Ungarn durch eine Metallfeder schwer am Kopf verletzt worden. Er hatte die Saison vorzeitig beenden müssen und konnte erst 2010 wieder Rennen fahren. 2009 war zudem in der Formel 2 der 18-jährige Henry Surtees durch einen herumfliegenden Reifen in Brands Hatch tödlich getroffen worden.




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