Direktor von Olympia-Eröffnungsfeier wegen Holocaust-Witz gefeuert

dpa

22.7.2021 - 09:28

Kentaro Kobayashi hat sich ins Abseits gestellt.
Bild: Keystone

Einen Tag vor der Eröffnungszeremonie der Olympischen Sommerspiele in Tokio ist der Direktor der Feier gefeuert worden. 

dpa

22.7.2021 - 09:28

Grund sei ein Witz über den Holocaust, den der ehemalige Komiker Kentaro Kobayashi 1998 in einer Comedy-Show gemacht habe, teilte das Organisationskomitee am Donnerstag mit. «Wir fanden heraus, dass Herr Kobayashi in seiner eigenen Darbietung einen Satz verwendete, der eine historische Tragödie ins Lächerliche zog», sagte der Präsident des Gremiums, Seiko Hashimoto. Es tue dem Komitee zutiefst leid, einen Tag vor der Eröffnungszeremonie für eine solche Entwicklung gesorgt und bei vielen Beteiligten und bei den Menschen in Tokio und im Rest Japans Sorgen ausgelöst zu haben.

Erst diese Woche war der Komponist Keigo Oyamada, dessen Musik bei der Eröffnungsfeier erklingen sollte, wegen Mobbings von einstigen Klassenkameraden zum Rückzug gezwungen worden. Mit der Schikane hatte er sich in Interviews mit Magazinen gebrüstet. Nun wird seine Musik bei der Zeremonie nicht genutzt.

Schon bald nach der Affäre um Oyamada tauchte ein Videoclip von dem umstrittenen Auftritt Kobayashis 1998 auf, in dem unter anderem der Satz «Lasst uns Holocaust spielen» fällt. In sozialen Medien hagelte es prompt massive Kritik. «Jedwede Person, egal wie kreativ, hat kein Recht, die Opfer des Nazi-Genozids zu verspotten», erklärte Rabbi Abraham Cooper vom Simon Wiesenthal Center mit Sitz in Los Angeles. «Jede Verbindung dieser Person mit den Olympischen Spielen in Tokio würde das Andenken von sechs Millionen Juden beleidigen und die Paralympics grausam verhöhnen.»