Schweizer Doppelsieg Alexis Pinturault: «Habe das Gefühl, ich werde betrogen»

lbe

9.2.2020

Alexis Pinturault lässt seinem Ärger nach dem Parallel-Riesenslalom auf Twitter freien Lauf.
Alexis Pinturault lässt seinem Ärger nach dem Parallel-Riesenslalom auf Twitter freien Lauf.
Bild: Getty

Weil Fairness und Sicherheit nicht gewährleistet sind, sorgt der Parallel-Riesenslalom in Chamonix für erhitzte Gemüter im Skiweltcup. Allen voran Alexis Pinturault lässt seinem Ärger freien Lauf und kritisiert die FIS scharf.

Es ist praktisch nicht zu übersehen: Wer am Sonntag im Parallel-Riesenslalom in Chamonix seine Läufe auf dem blauen Kurs absolvieren darf, hat gegenüber dem direkten Gegner alle Vorteile auf seiner Seite. Kein Zufall also, dass in den acht Achtelfinal-Duellen ausnahmslos der Fahrer auf dem blauen Kurs gewinnt.

Auch Loïc Maillard, der auf dem Weg zum Tagessieg ab dem Achtelfinal stets den schnelleren Lauf befahren darf, ist sich dessen bewusst: «Heute habe ich Glück gehabt, dass ich jedes Mal auf dem blauen Kurs fahren konnte», sagt er und gibt zu bedenken: «Wenn es zwei Läufe gibt, ist das fairer, da der Schnellste auch wirklich gewinnt.»



Weniger Glück hat Mitfavorit Alexis Pinturault, der im Achtelfinal auf dem roten Kurs ran muss – und prompt scheitert. Der Franzose lässt seinem Ärger nach dem Rennen freien Lauf: «Heute habe ich das Gefühl, ich werde betrogen. Wir Athleten werden eher als Figuren einer Show denn als Sportler angesehen. Seit wann ist das Glück im Sport wichtiger als die Leistung?», schreibt er auf Twitter.

Zudem enerviert er sich über die gefährlichen Bedingungen, die in Chamonix zu zahlreichen Stürzen und auch Verletzten führen: «Und wie gefährlich ist das Format? Vor allem aber: Wann werden die Worte der Athleten berücksichtigt?»

Pinturault erhält für seine Kritik an der FIS von seinen Followern viel Zuspruch. Ein User verweist auf den Schweizer Thomas Tumler, der auf dem Weg in den Final dreimal von Ausfällen seiner Gegner profitiert habe und nie eine gute Zeit habe fahren müssen. Und dank Henrik Kristoffersen erhält Pinturault aus prominenten Kreisen der Ski-Szene Unterstützung. «Ich bin komplett einverstanden», schreibt der Norweger. Auch «SRF»-Experte Didier Plaschy sieht Handlungsbedarf: «Die FIS muss über das Format nachdenken. (…) Ich glaube, es wird in nächster Zeit noch viele Diskussionen geben.»

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