Von Feuz bis Nef – die Schweizer Trümpfe für den kommenden Weltcup-Winter

Luca Betschart

16.10.2020 - 17:05

Gehören auch in dieser Saison zu den Schweizer Hoffnungsträgern: Mauro Caviezel, Beat Feuz und Marco Odermatt (v.l.n.r.)
Bild: Getty

Vor dem Saisonstart des alpinen Weltcups am Wochenende in Sölden nennt «blue Sport» die grössten Hoffnungen aus Schweizer Sicht. Ob Techniker oder Speed-Spezialisten – die Liste ist lang.

Wie es sich für die erfolgreichste Ski-Nation des vergangenen Winters gehört, hat die Schweiz auch für die neue Weltcup-Saison gleich mehrere Eisen im Feuer – in beinahe allen Disziplinen. «blue Sport» nennt die grössten Hoffnungen im Nationalteam der Männer:

    🇨🇭

Super-G, Abfahrt

Mauro Caviezel

Caviezel gewinnt in der abgelaufenen Saison als erster Schweizer seit Didier Cuche 2011 den Super-G-Weltcup, in sechs Rennen fährt er ausnahmslos in die Top fünf und etabliert sich definitiv in der Weltspitze. Neben drei Podestplätzen im Super-G fährt der Bündner auch in der Abfahrt und in der Kombination je einmal aufs Podest. Im Juni wird der Bündner zwar von einem Achillesehneriss ausgebremst, nach überraschend gutem Reha-Verlauf zeichnet sich eine baldige Rückkehr aber ab – möglicherweise bereits Ende Jahr.


    🇨🇭

Abfahrt, Super-G

Beat Feuz

Er ist der unbestritten Leader im Speed-Team der Schweizer Männer und bringt es in seiner Karriere bereits auf 47 Podestplätze in Abfahrt und Super-G. Während seine Bilanz im Super-G zuletzt nicht ganz so berauschend ausfällt, ist Feuz in der Abfahrt weltweit seit Jahren der erfolgreichste Fahrer. Im vergangenen Winter gewinnt er die kleine Kristallkugel zum dritten Mal in Folge – genug hat er deshalb noch lange nicht.


    🇨🇭

Riesenslalom, Super-G

Marco Odermatt

Die Knieverletzung, die ihn bis in den Sommer beschäftigte, ist überstanden. Das Supertalent ist bereit für den Saisonauftakt in Sölden. Ob im Riesenslalon oder im Super-G – die Hoffnungen in den 23-jährigen Nidwaldner sind nach der überzeugenden letzten Saison gross. Auch Odermatt selber macht deutlich: «Ich bin sicher in der erweiterten Weltspitze angekommen. Wenn man ein-, zweimal auf dem Podest war, will man nicht Zehnter werden.»


   🇨🇭 

Slalom

Daniel Yule

Im letzten Winter avanciert Daniel Yule zum ersten Schweizer, der mehr als zwei Weltcupslaloms für sich entscheiden kann. Nur: Der Walliser vollbringt dieses Kunststück innert 18 Tagen mit Siegen in Madonna di Campiglio, Adelboden und Kitzbühel. Die Gesamtwertung in seiner Spezialdisziplin schliesst er im 3. Rang ab, genau wie schon eine Saison zuvor. Zeit für den nächste Schritt nach vorne?

Unsere Skistars – Daniel Yule im Talk mit «blue Sport»

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Der vergangene Winter war sein erfolgreichster! Daniel Yule gewann drei der prestigeträchtigsten Slaloms. Der 27-jährige Walliser mit britischen Wurzeln ist zum gefragten Sportler geworden – auch Team-intern: Er ist Athletensprecher im internationalen Skiverband.

07.10.2020


    🇨🇭

Slalom, Parallel-Slalom

Ramon Zenhäusern

Sowohl in der Saison 2018/19 als auch 2019/20 ist Zenhäusern zum Ende der Saison der viertbeste Slalomfahrer im Weltcup. Im Januar fährt der 2.02-Meter-Hüne beim Slalom von Zagreb auf den hervorragenden 2. Platz, in Adelboden verpasst er das Podest als Vierter hauchdünn. Knüpft er an den gezeigten Leistungen an, wird Zenhäusern im Slalom bald ähnlich schwer zu schlagen sein, wie er es in den Parallel-Slaloms längst ist.


   🇨🇭 

Riesenslalom, Slalom, Parallel-Riesenslalom

Loic Meillard

Im Februar fährt der Walliser zuerst im Riesenslalom von Garmisch auf den zweiten Platz, eine Woche später gewinnt er den Parallel-Riesenslalom in Chamonix und schnappt sich in dieser Disziplin gar die kleine Kristallkugel. Und das trotz Beschwerden, die von der Hüfte ausgehen. Ohnehin zeichnet Meillard gemäss Trainer Helmut Krug eine extreme Leidensfähigkeit aus, die im kommenden Winter möglicherweise auch mit dem ersten Sieg im «echten» Riesenslalom belohnt wird.


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Abfahrt, Super-G

Carlo Janka

Carlo Janka rast im abgelaufenen Winter in den Abfahrten von Lake Louise und Kvitfjell auf das Podest, obwohl der 34-Jährige nur eine wegen Rückenproblemen eingeschränkte Saisonvorbeitung absolvieren kann. In diesem Sommer dagegen bleibt es ruhig um den Obersaxer – gute Vorzeichen für weitere Exploits des Gesamtweltcupsiegers von 2010.


   🇨🇭 

Slalom

Tanguy Nef

Kommt er durch, ist Tanguy Nef schnell. Das beweist er unter anderem mit einem sechsten Platz in Madonna di Campiglio und Rang acht beim Wengener Slalom. Allerdings bleibt der 23-Jährige in der letzten Saison noch zu oft bereits vor dem Zielstrich hängen. Neuer Winter, neues Glück!


Unsere Skistars – Marco Odermatt im Talk mit «blue Sport»

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Seit er vor zwei Jahren fünf Goldmedaillen an den Junioren-Weltmeisterschaften gewonnen hat, steht der Name Marco Odermatt für grosse Träume. Auch deshalb, weil ihn Marcel Hirscher öffentlich als seinen Nachfolger geadelt hat. Ganz so weit ist der 22jährige Nidwaldner noch nicht, aber er ist längst in der Weltspitze angekommen.

07.10.2020

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