Kernen analysiert die erste Hahnenkamm-Abfahrt

Kernen: «Startet man in Kitzbühel von ganz oben, ist das etwas ganz anderes»

Von Florian Künzi, Martina Baltisberger und Luca Betschart

21.1.2022

Kernen: «Hoffentlich kann Odermatt seine Form noch drei Wochen konservieren»

Kernen: «Hoffentlich kann Odermatt seine Form noch drei Wochen konservieren»

Marco Odermatt wird Fünfter, Beat Feuz fährt auf den 8. Rang. Mit 41 Jahren fährt der Franzose Johan Clarey sensationell auf den zweiten Rang. Bruno Kernen analysiert die drei Fahrer nach dem ersten Hahnenkammrennen.

21.01.2022

Die Schweizer Männer verpassen in der ersten verkürzten Abfahrt von Kitzbühel das Podest. Experte Bruno Kernen analysiert das Rennen auf der Streif und erklärt, wieso er auf gutes Wetter am Sonntag hofft.

Von Florian Künzi, Martina Baltisberger und Luca Betschart

21.1.2022

Hinter dem überragenden Sieger Alexander Aamodt Kilde, der erstmals in seiner Karriere in Kitzbühel triumphiert, verhindert ein verblüffendes französisches Duo einen Schweizer Podestplatz am Hahnenkamm. Erst schubst der 41-jährige Johan Clarey mit seiner Fahrt auf Rang 2 Marco Odermatt vom Podest, bevor Landsmann Blaise Giezendanner mit der Nummer 43 sensationell auf Rang 3 rast und den besten Schweizer gar noch auf Rang 5 verdrängt.



Insbesondere die Leistung von Clarey beeindruckt Experte Bruno Kernen. «Das ist eine Kunst. Über so viele Jahre hinweg immer die Motivation aufzubringen, sich wieder in den Allerwertesten zu klemmen und nochmals fürs ganze Sommertraining Gas zu geben, ist nicht ohne. Umso höher ist dieser 2. Rang einzustufen», schwärmt Kernen im Gespräch mit blue Sport.

Hoffen auf gutes Wetter am Sonntag

Aber auch für Marco Odermatt hat Kernen nur lobende Worte. «Es ist eine unglaubliche Serie, die er hinlegt. Wenn er all diese Rennen noch zwei-, dreimal mehr gefahren ist, ist er wirklich fast nicht mehr zu bremsen», so der Abfahrtsweltmeister von 1997. «Ich hoffe, dass er die Topform, die er im Moment hat, noch drei Wochen lang bis nach Peking konservieren kann.»

Die 15 Hundertstel, die Odermatt auf der Streif letztlich auf das Podium fehlen, verliert er gemäss Kernen im Mittelteil. «Dort hat sich der eine oder andere Fehler eingeschlichen», so der 49-Jährige. Auch Beat Feuz, der auf Rang 8 landet, macht am Freitag den einen oder anderen Fehler zu viel, um mit den Allerbesten mitzuhalten. «Weit weg ist er zeitlich auch nicht», stellt Kernen klar und macht dem Kugelblitz Hoffnung für die zweite geplante Abfahrt von Sonntag.

«Wenn man in Kitzbühel von ganz oben startet, ist das gefühlsmässig etwas ganz anderes. Dann kommt man mit viel mehr Schuss auf die Mausefalle. Und dass Beat das Rennen oben gewinnen kann und die nötige Coolness hat, weiss er selbst», so Kernen. «Von dem her ist am Sonntag alles offen. Hoffen wir, dass es gutes Wetter ist, dass von ganz oben gestartet werden kann.»