Super G

Sieglos zur Kristallkugel: Caviezel auf den Spuren von Heinzer und Zurbriggen

Luca Betschart

9.3.2020

Ist der erfolgreichste Super-G-Fahrer dieses Winters: Mauro Caviezel. 
Bild: Keystone

Ohne einen Super-G zu gewinnen, holt sich Mauro Caviezel die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Disziplinenwertung. Ein Kunststück, das seit 1991 keinem Rennfahrer mehr geglückt ist.

Mauro Caviezel ist im Super G in diesem Winter die Konstanz in Person. Zweiter in Saalbach sowie Hinterstoder, Dritter in Lake Louise und in jedem der sechs ausgetragenen Rennen dieser Disziplin unter den besten Fünf – eine beeindruckende Bilanz.

Nur ein Sieg bleibt dem 31-Jährigen verwehrt. In Saalbach fehlen 15 Hundertstel, in Hinterstoder ist Caviezel gar nur deren fünf langsamer als Sieger Kriechmayr. Der Österreicher ist der einzige Fahrer, der in diesem Winter zwei Super-G-Rennen (Gröden und Hinterstoder) gewinnen kann – trotzdem steht im Mauro Caviezel in der Endabrechnung vor der Sonne.

Der Schweizer entscheidet die Disziplinenwertung mit drei Pünktchen Vorsprung auf Kriechmayr für sich und darf nach dem abgesagten Super G in Kvitfjell deshalb doch noch zuoberst aufs Treppchen steigen. «Es ist sehr speziell. Ich kann das alles noch nicht ganz fassen», sagt der Bündner im Interview mit «SRF». Es sei nach der wetterbedingten Absage des Rennens allerdings auch etwas komisch und sehr schnell gegangen. «Deshalb brauche ich noch ein bisschen Zeit.»

«Natürlich ist das Glück auf meiner Seite»

Die gewonnene Kristallkugel hat für Caviezel einen enorm hohen Stellenwert. «Sie bedeutet mir viel. Sie ist auch nicht nur für mich, sondern für alle, die mich auf meine Weg unterstützt haben.» Es sei sein grosses Ziel von ihm gewesen, jetzt könne er dahinter ein Häkchen setzen. Er habe eine sehr konstante Saison gehabt – und auch eine Portion Glück: «Natürlich ist das Glück auf meiner Seite, weil heute kein Rennen ist.»

So schafft es Caviezel, ohne einen Saisonsieg in dieser Disziplin mehr Punkte als die gesamte Konkurrenz einzufahren. Sicher hat die Absage der beiden letzten geplanten Rennen in Kvitfjell und Cortina etwas mitgeholfen, dennoch zeigt ein Blick in die Vergangenheit, welch Kunststück dem Schweizer gelungen ist.

Auf den Spuren von Zurbriggen und Heinzer

Seit der Einführung der Disziplin 1985 schafften das nämlich bloss zwei andere Ausnahmeathleten, sich die Kugel ohne Saisonsieg zu ergattern. Allerdings liegt das beinahe 30 Jahre und mehr zurück, als noch weniger Super-G-Rennen auf dem Programm standen. In der Saison 1887/88 gewann Pirmin Zurbriggen die kleine Kugel, obwohl er bei vier Rennen nie der Schnellste war. Im Winter 1990/91 reichten Franz Heinzer zwei zweite Plätze in drei Rennen, um den Super-G-Weltcup zu gewinnen.

Die Gewinner des Super-G-Weltcups mit nur einem Saisonsieg:

  • Saison 2015/16: Aleksander Aamodt Kilde
  • Saison 2011/12: Aksel Lund Svindal
  • Saison 2010/11: Didier Cuche
  • Saison 2008/09: Aksel Lund Svindal
  • Saison 2005/06: Aksel Lund Svindal
  • Saison 1995/96: Atle Skårdal
  • Saison 1994/95: Peter Runggaldier
  • Saison 1993/94: Jan Einar Thorsen
  • Saison 1988/89: Pirmin Zurbriggen
  • Saison 1986/87: Pirmin Zurbriggen

Dank der unglaublichen Konstanz reicht es für Caviezel in der Gesamtwertung auch nach sechs gefahrenen Rennen zum Triumph. Konserviert er seine Topform über den Sommer, dürfte der erste Rennsieg nur eine Frage der Zeit sein. Pirmin Zurbriggen jedenfalls schlug nach dem sieglosen Winter (im Super G) gleich im ersten Rennen der neuen Saison zu und triumphierte in Schladming. Definitiv ein gutes Omen …



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