WM-Abfahrt Renndirektor Waldner wehrt sich: «Viele haben geschimpft, aber das ist uns wurst»

lbe

12.2.2021

Erklärt die Anpassungen auf der WM-Abfahrtstrecke in Cortina: Renndirektor Markus Waldner.
Erklärt die Anpassungen auf der WM-Abfahrtstrecke in Cortina: Renndirektor Markus Waldner.
Bild: Keystone

Nach dem ersten Training zur WM-Abfahrt vom Sonntag in Cortina äussern zahlreiche Fahrer harsche Kritik an der Strecke. Der FIS-Renndirektor Markus Waldner weist diese zurück.

Vor allem die Stelle, die bereits am Donnerstag im Super-G in den Mittelpunkt rückt, sorgt auch im ersten Training zur WM-Abfahrt für Diskussionen. Während die Fahrer tags zuvor zu direkt auf den Vertigine-Sprung kommen und bis zu sechzig Meter weit fliegen, hat die Kurssetzung des Abfahrtstrainings vom Freitag vor dem Sprung mehr Kurven als der Super-G. Von einem Sprung kann gar keine Rede sein.

Aber auch andere Passagen der Vertigine – so heisst die neue Abfahrtsstrecke in Cortina – werden von zahlreichen Athleten skeptisch beäugt. Es drehe zu stark, die Fahrer würden zu stark gebremst. «Dass es keine Abfahrt ist, haben wir heute gesehen. Da wird auch der TV-Zuschauer keine Freude haben», meint etwa Athletensprecher Beat Feuz.



Waldner: «Wir wollen alle sicher im Ziel haben»

Kritik, die FIS-Renndirektor Markus Waldner nicht so stehen lässt. «Wir sind den sicheren Weg gegangen», erklärt er im Interview mit «SRF» und weist auf die fehlende Erfahrung mit der Strecke hin: «Es war sehr schwer einzuschätzen für uns, weil man keine Erfahrungswerte hatte.» Zudem hätten die weiten Flüge im Super-G gezeigt, dass es ein schmaler Grat ist. «Wenn man fünf km/h zu schnell fährt, fliegt man ins Flache», so Waldner.

Genau das will man aber verhindern. «Viele haben geschimpft, aber das ist uns wurst. Das ist das erste Training und wir sind verantwortlich. Weil wir keinen unten im Flachen haben wollten, okay?», erklärt sich Waldner und fordert: «Es sollen alle ruhig bleiben. Das war genau der richtige Weg – weil wir wollen alle sicher im Ziel haben.»

Gleichzeitig stellt der Österreicher Anpassungen in Aussicht. «Wir werden jetzt diese Passagen öffnen, drei bis vier Meter. Das heisst: Umstecken. Damit man mehr Speed hat», kündigt er an und verspricht: «Wir arbeiten uns langsam so hin, dass am Sonntag ein tolles Rennen sein wird.» Ob die Piste am Sonntag einer WM-Abfahrt würdig ist, müsse dann jeder selber wissen. Für Waldner ist eines aber klar: «Wenn einer eine Medaille will, dann muss er Gas geben. Und sonst kann er sich das anders überlegen.»

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