Tina Weirather: «Das ist schon echt grenzwertig»

tbz

27.11.2021

KILLINGTON, USA - NOVEMBER 27:  A general view shows the windy weather during the Audi FIS Alpine Ski World Cup Women's Giant Slalom on November 27, 2021 in Killington USA. (Photo by Francis Bompard/Agence Zoom/Getty Images)
Das Rennen in Killington wird trotz schlechter Bedingungen gestartet – und dann abgebrochen.
Bild: Getty Images

Der Riesenslalom der Frauen in Killington wird bei starkem Wind und schlechten Sichtverhältnissen gestartet. Nach neun Fahrerinnen muss das Rennen abgebrochen werden. Wird die Show der Sicherheit vorgezogen?

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27.11.2021

Wer zur ursprünglich geplanten Startzeit um 16:00 Uhr den Fernseher einschaltet, will ihn eigentlich sofort wieder ausmachen. Die Bilder aus Killington (USA) lassen erhebliche Zweifel am Rennstart aufkommen. Vor lauter Nebel ist die Piste kaum zu sehen und der Wind bläst allen vor der Kamera erscheinenden Personen die Frisur um die Ohren. Kein Wetter, um Ski zu fahren.

Um 16.30 Uhr wirft sich Petra Vlhova aber trotzdem aus dem Starthäuschen. Das Rennen findet mit einer halbstündigen Verspätung statt, nur um nach neun Fahrerinnen wieder abgebrochen zu werden. Von Fairness fehlt bei diesen Bedingungen jede Spur. Es entsteht der Eindruck, die Show findet nur wegen der zahlreich angereisten Zuschauer statt, ohne dabei Rücksicht auf die Sicherheit der Athletinnen zu nehmen.

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«Man murkst die Show einfach durch»

Auch im «SRF»-Studio wird heiss diskutiert. Ex-Skifahrerin Tina Weirather hält sich mit Kritik an der Rennleitung nicht zurück. «Das ist schon echt grenzwertig. Man murkst die Show einfach durch», so die Liechtensteinerin.

«Von fair ist heute schwierig zu reden», sagt auch Michelle Gisin nach ihrer Fahrt auf den sechsten Zwischenrang. «Man sieht in den oberen beiden Abschnitten sehr unterschiedliche Zeiten. Das Wichtigste heute ist, dass wir eine riesige Show für alle Fans machen, die hier sind.»

Am härtesten treffen die Bedingungen Top-Favoritin Mikaela Shiffrin. Sie ist nach neun Fahrerinnen Letzte, hält sich bei einem ihrer Heimrennen aber mit Kritik zurück. «Um ehrlich zu sein, das Problem ist wie ich Ski fahre. Die letzten Monate waren nicht die ideale Vorbereitung auf Riesenslalom. Es ist trotzdem wunderschön, hier zu sein, und es hat Spass gemacht, Ski zu fahren», so die sympathische Einschätzung der US-Amerikanerin.

Je nach Wertung des Rennens könnte sie der Abbruch des Rennens aber noch hart treffen. Die Konkurrenz – in Person von Vlhova und Gut-Behrami – belegen bei Rennabbruch die Ränge zwei und drei. 

Schlussendlich gehört beim Skisport aber auch Glück dazu. Das weiss auch Gisin: «Objektiv gesehen hat man manchmal Glück und manchmal Pech. Aber an dem Tag, an dem man Pech hat ist es extrem frustrierend und emotional.»