Bricht Djokovic in Wimbledon 2020 zwei der wichtigsten Federer-Rekorde? 

Luca Betschart

7.5.2019

Novak Djokovic scheint hochmotiviert, Federers Rekorde zu durchbrechen.
Bild: Getty

Novak Djokovic feiert in Madrid seine insgesamt 250. Woche an der Spitze der Weltrangliste und ist diesbezüglich der fünftbeste Spieler aller Zeiten. Punktet er im nächsten Tennisjahr ähnlich erfolgreich, ist ein vermeintlich unschlagbarer Federer-Rekord bereits gebrochen.

Beim ATP-Turnier in Madrid hat Novak Djokovic bereits vor Turnierbeginn allen Grund zur Freude: Der Serbe verbringt in der spanischen Hauptstadt seine insgesamt 250. Woche an der Weltranglistenspitze und erreicht damit eine magische Marke, die vor ihm seit 1973 nur vier andere Spieler überbieten konnten. «Ich bin sehr stolz und dankbar, dass ich in dieser Sportart, die ich so liebe, Geschichte schreiben konnte. Das inspiriert und motiviert mich, noch mehr Wochen die Nummer eins zu sein und die Spieler einzuholen, die vor mir liegen», sagt Djokovic in einem Interview mit «TennisTV».

Zu dem illustren Kreis gehören neben Rekordhalter Federer (310 Wochen) auch Pete Sampras (286), Ivan Lendl (270) und Jimmy Connors (268). «Ich würde lügen, würde ich sagen, dass es kein Ziel ist, sie zu überholen», gibt Djokovic zu. Spielt der 15-fache Grand-Slam-Champion auch in naher Zukunft so erfolgreich und schneidet in den nächsten drei Major-Turnieren ähnlich gut ab wie in den letzten drei, die er alle gewann, wird der 31-Jährige die Bestmarken von Lendl und Connors bereits in dieser Saison knacken.

Mehr Durchhaltevermögen braucht Djokovic, um auch Sampras und Federer zu überholen. Sollte er seinen Platz an der Sonne allerdings ohne Unterbruch und saisonübergreifend behalten können, wird er Mitte Januar 2020 auch die 286 Wochen von Pete Sampras übertreffen.

Solange muss Djokovic die Nummer 1 noch verteidigen, um Federer als Rekordhalter abzulösen.
Bild: Printscreen ATP 

Federers «ewiger» Rekord in Gefahr?

Die grösste Motivationsspritze dürfte für Djokovic allerdings die ewige Bestmarke von Roger Federer darstellen, der als erster und einziger Spieler die 300-Wochen-Grenze pulverisierte. Bisher jedenfalls. Verliert Djokovic weder Form noch Motivation, ist ihm zuzutrauen, dass er seine Führungsposition in der Weltrangliste ähnlich lange behalten kann. Gelingt ihm das bis zum übernächsten Sommer, wird der Serbe Federer als Rekordhalter verdrängen – und das ausgerechnet an dessen Lieblingsturnier in Wimbledon. 

Theoretisch ist es gar möglich, dass Djokovic in Wimbledon 2020 zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Zu Turnierbeginn bricht er den Rekord der meisten Wochen als Nummer 1, während er zwei Wochen später dank seinem 21. Grand-Slam-Titel den Schweizer auch in der wohl wichtigsten Kategorie übertrumpft.

Bild: Printscreen ATP

Immerhin in einer Beziehung steht Federer mit 100-prozentiger Sicherheit auch nach Wimbledon 2020 vor Djokovic, egal was der Serbe bis dahin alles gewinnt. Der Schweizer hatte die Spitzenposition in der Weltrangliste nämlich für 237 Wochen am Stück inne – vom 2. Februar 2004 bis zum 17. August 2008. Heisst: Djokovic kann diesen Rekord nicht vor 2023 brechen. 

Zurück zur StartseiteZurück zum Sport