Djokovic: «Ich verdanke meinen Erfolg auch Federer und Nadal»

Aus New York: Jan Arnet

10.9.2018

Novak Djokovic gewinnt nach Wimbledon auch die US Open und erhöht seine Grand-Slam-Titelsammlung auf 14. Nach seinem Triumph überrascht der Serbe mit einer «Dankesrede» an seine beiden grössten Rivalen.

Nach seinem French-Open-Sieg 2016, mit dem er seinen Karriere-Slam komplettierte, glaubten viele, das Novak Djokovic satt von Erfolgen sei. Zwei Jahre lang blieb der Serbe, der die Tour vor seinem Triumph in Paris nach Belieben dominiert hatte, ohne Titel. Bis er sich im Juli dieses Jahres mit dem Wimbledon-Triumph zurückmeldete. In New York beweist der Djoker, dass er endgültig zurück ist: Er gewinnt die US Open und ist hinter Rafael Nadal und Roger Federer wieder die Nummer 3 der Weltrangliste.

In seinen sieben Spielen gibt Djokovic in Flushing Meadows ingesamt nur zwei Sätze ab. Wären die Temperaturen zu Beginn des Turniers nicht auf fast 40 Grad gestiegen, wäre «Nole» womöglich sogar ganz ohne Satzverlust geblieben. So stark präsentierte er sich in den letzten beiden Wochen. Sein Finalgegner Juan Martin del Potro erweist sich zwar als zäher Widersacher, kann ihn aber auch nie wirklich in grosse Schwierigkeiten bringen. Djokovic gewinnt das Endspiel am Ende klar in drei Sätzen 6:3, 7:6, 6:3.

Damit hat der 31-Jährige in seiner Karriere nun auch schon 14 Grand-Slam-Titel gewonnen – gleich viele wie Pete Sampras. Nur Federer (20) und Nadal (17) haben mehr. Kann Djokovic die beiden in den nächsten Jahren ein- und überholen? «Das kann er schaffen» meint Del Potro nach seiner Finalniederlage. «Er hat ja schon 14 und hat nun gleich zwei Slams in einem Jahr gewonnen, er ist gesund. Novak hat alles, um in diesem Sport Rekorde zu brechen.»

Djokovic selbst freut sich, mit einem «grossen Idol» (Sampras) gleichgezogen zu sein. Ob er auch Roger und Rafa einholen könne, mag er nicht sagen. Viel mehr bedankt er sich bei seinen grossen Rivalen: «Die Spiele gegen Federer und Nadal machten mich zum Spieler, der ich heute bin. Ich habe riesigen Respekt vor den beiden, was sie erreicht haben und welch grosse Vorbilder sie auch neben dem Platz sind.»

«Ich verdanke meinen Erfolg auch ihnen

Er glaube, sie alle hätten sich gegenseitig immer wieder ans Limit gebracht, wenn sie gegeneinander spielten. «Spiele gegen Nadal und Federer waren für mich immer die ultimative Herausforderung.» Früher habe er sich darüber geärgert, in der gleichen Ära wie die zwei vielleicht besten Spieler aller Zeiten zu spielen, sagt Djokovic. «Heute denke ich anders, ich bin wirklich glücklich darüber und dankbar dafür.»

Djokovic erinnert sich an die frühen Tage seiner Karriere: «Ich hatte die wichtigsten Matches gegen sie (Federer und Nadal) meistens verloren.» Das habe ihm am Ende aber auch geholfen. «Ich hatte damals Mühe, konstant auf hohem Level zu spielen. Deshalb musste ich mich mit meinem Team zusammensetzen und herausfinden, wie ich einen Federer schlagen kann. Was brauche ich, um mein Spiel zu verbessern, meine Mentalität zu steigern und dem Druck Stand zu halten?»

Das sei letztlich die wichtigste Periode für seine Entwicklung gewesen, sagt Djokovic: «Ich verdanke meinen Erfolg deshalb auch ihnen.»

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