Federer: «Habe grosse Hoffnungen, nochmals zuzuschlagen»

21.10.2019 - 07:45, Luca Betschart

Will seiner Saison noch den krönenden Abschluss geben: Roger Federer.
Bild: Keystone

Roger Federer will zum Saisonende noch einmal so richtig angreifen und strebt in Basel seinen 10. Triumph an den Swiss Indoors an. Auch an den ATP Finals in London rechnet sich der Baselbieter einiges aus.

Die Erinnerungen, die Federer mit seinem Heimturnier verknüpft, reichen weit zurück. «Es ist nostalgisch. Ich komme dahin zurück, wo meine Mutter 12 Jahre die Badges machte. Ich verkaufte Löösli», sagt er im Interview mit «SRF». Zwei Jahre war Federer in Basel Balljunge, 1997 erhielt er die Wildcard für die Qualifikation und ein Jahr später jene für das Hauptfeld. «Von da an wurde das Leben anders, aber ich komme immer unglaublich gern zurück.»

Das wird der Baselbieter nach geglückten Verhandlungen auch bis ans Ende seiner aktiven Karriere tun. «Mein Ziel war, dass mein Vertrag automatisch weiterläuft, solange ich spiele», sagt der Schweizer am Sonntag in Basel. «Und so haben wir es jetzt auch geregelt. Für mich war ohnehin klar, dass ich jedes Jahr hier spielen werde, solange ich weiter professionell Tennis spiele. Und auch für die Organisatoren ist wichtig zu wissen, dass sie mit mir rechnen können.» Turnierdirektor Roger Brennwald bestätigt dies, auch wenn noch nichts unterschrieben sei.

Die Antrittsgage übrigens, die sich im höheren sechsstelligen Bereich bewegen dürfte, behält der 20-fache Grand-Slam-Sieger ohnehin nicht für sich: «Alles Geld, das ich hier erhalte, gebe ich an die Stiftung weiter.»



«Ich habe grosse Hoffnungen, nochmals zuzuschlagen»

Federers Saisonfazit bis zu diesem Punkt fällt positiv aus – nur der grosse Coup hat gefehlt. «Irgendwo kann es gar keine super Saison gewesen sein, wenn du keinen Grand-Slam-Titel gewinnst. Aber wenn du einen Aufschlag davon entfernt bist, kannst du das vielleicht so anschauen, dass du es vom Spiel her geschafft hättest.» Mit seiner Leistung an den vier Major-Turnieren ist Federer besonders zufrieden, er habe überall gut gespielt.

Der Schweizer will die Konkurrenz zum Saisonende noch einmal in die Schranken weisen. «Die Saison ist gar noch nicht vorbei. Im Endspurt bin ich meistens sehr stark. Darum habe ich grosse Hoffnungen, in Basel, vielleicht Paris und vor allem an den World Tour Finals in London nochmals zuzuschlagen. Das ist die grosse Chance, diesem Jahr den krönenden Abschluss zu geben – und ein gutes Jahr in ein fantastisches zu ändern.»

Mission Titelverteidigung startet am Montag

Wenn das mal keine Kampfansage ist. Ab Montag steht für Federer in der Stadt am Rhein die Mission Titelverteidigung auf dem Programm – es wäre der 10. (!) Triumph an den Swiss Indoors. «Du denkst nie, dass du ein Turnier zehn Mal gewinnen und so dominieren kannst. Es ist eine unglaubliche Zahl», sagt Federer darauf angesprochen. «Ich mag mich erinnern, als Rafa dies in Monaco das erste Mal schaffte. Jetzt bin ich auch in dieser Position, aber dennoch weit weg, es zu erreichen. Man muss ein Turnier oft und erfolgreich gespielt haben.» Federers erste Hürde am Montag heisst Peter Gojowczyk (ab 19:00 Uhr).


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