Lachanfall

Heute vor elf Jahren: Als es Federer zu spanisch wurde

jar

24.11.2020

Roger Federer ist ein Multitalent. Doch der Tennis-Maestro hatte einst eine grosse Schwäche: Als die Kamera lief und er einfach nur ruhig da sitzen sollte, ging beim Schweizer nichts mehr. So geschehen am 24. November 2009.

Heute vor elf Jahren ist Roger Federer zu Gast beim US-Sender CNN. Der damalige Tour-Dominator hat eine grossartige Tennis-Saison hinter sich, in der er endlich den langersehnten Titel an den French Open holen und damit alle vier Grand-Slam-Turniere mindestens einmal gewinnen konnte.

Er spricht mit dem Moderator über die Geburt seiner ersten Zwillinge, die im Sommer des Jahres 2009 zur Welt kamen, und natürlich die sportlichen Erfolge. «Das Interview war grossartig», erinnert sich der Moderator, «aber dann wollte ich Federer ein paar Fragen auf Spanisch stellen. Fürs spanische Programm bei CNN.»

«Das isch schwierig, ich sag's dir»

Pedro Pinto erklärt Federer, dass er nichts zu tun habe. Als Moderator werde er einfach die Fragen in spanischer Sprache vorlesen und der Schweizer müsse nur ruhig da sitzen und die Fragen nicht beantworten. Doch Federers Blick verrät schnell, dass dies in die Hose gehen könnte. Und so kommt es dann auch: Als der Moderator die erste spanische Frage vorliest, beginnt der Tennis-Star zu lachen. Und kriegt sich nicht mehr ein.

«Das isch schwierig, ich sag's dir», sagt Federer und versucht danach, sich mit verschiedenen Tricks unter Kontrolle zu halten. Doch selbst mit geschlossenen Augen kann der Schweizer einfach nicht mehr aufhören zu lachen. Schliesslich muss das Interview tatsächlich unterbrochen werden und der Moderator liest die Fragen dem leeren Stuhl vor, während Federer sich im Hintergrund einen Drink gönnt – und einfach weiterlacht.

«Mit ein bisschen Spanisch bringt man Federer aus der Ruhe»

Am Ende kann sich der damals 15-fache Grand-Slam-Sieger doch noch zusammenreissen und die eine oder andere Frage anhören, ohne in grosses Gelächter auszubrechen. Das Fazit des Moderators: «Er ist ein super Typ, ich hatte ein tolles Gespräch mit ihm während des Interviews. Aber ich habe herausgefunden, dass man ihn ganz einfach aus der Ruhe bringen kann. Alles was es braucht, ist ein bisschen Humor und ein bisschen Spanisch. Vielleicht ist das der Schlüssel für (Rafael) Nadal und (Juan Martin) Del Porto, die beide Spanisch sprechen.»

Es sollte übrigens nicht der letzte Lachanfall von Federer vor laufenden Kamera bleiben. Nur ein Jahr später kam es in Cincinnati zum legendären Doppel-Interview mit Rafael Nadal. Diesmal war Nadals Englisch verantwortlich dafür, dass Federer die Beherrschung verlor


Zurück zur StartseiteZurück zum Sport