Laaksonen nach Exploit: «Manchmal haben wir gespielt, wenn es geschneit hat»

Luca Betschart

2.6.2021

Laaksonen setzt dickes Ausrufezeichen und eliminiert Bautista Agut

Laaksonen setzt dickes Ausrufezeichen und eliminiert Bautista Agut

Henri Laaksonen stösst dank seinem wertvollsten Sieg der Karriere erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier in die 3. Runde vor. Der Schweizer setzt sich gegen den Weltranglisten-Elften Roberto Bautista Agut mit 6:3, 2:6, 6:3, 6:2 durch.

02.06.2021

Henri Laaksonen schafft gegen Roberto Bautista-Agut eine dicke Überraschung und steht erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier in der dritten Runde. Der Exploit bei den French Open kommt nicht von ungefähr.

Luca Betschart

2.6.2021

Dass Henri Laaksonen ausgerechnet in Roland Garros zum ersten Mal in die dritte Runde eines Major-Turnieres vorstösst, ist kein Zufall. In Paris fährt er bereits in der Vergangenheit seine besten Resultate ein, zu Juniorenzeiten steht er bei Roland Garros 2009 gar im Halbfinal.

«In Finnland haben sie die Plätze sehr früh geöffnet. Manchmal haben wir gespielt, wenn es etwas geschneit hat. Aber wir hatten immer eine ziemlich lange Sandsaison», blickt Laaksonen nach seinem Triumph gegen die Weltnummer 11 zurück. Auf Sand fühlt er sich wohl: «Ich mag es generell, wenn ich etwas mehr Zeit für meine Schläge und langsamere Bedingungen habe. Es passt zu mir».

Den Sieg über Bautista-Agut ordnet Laaksonen als grössten Erfolg seiner bisherigen Laufbahn ein. «Vor allem, weil es an einem Grand Slam passierte. Du kannst 2:0-Sätze in Führung sein, und es kann trotzdem noch drehen», sagt der 29-Jährige an der Pressekonferenz. «Ich bin sehr glücklich, wie ich heute das ganze Spiel über gespielt habe. Ich hatte bisher eine harte Saison.»

Die Top 100 als grösstes Ziel

Laaksonen spielte in den ersten fünf Monaten dieses Jahres nicht weniger als 15 Turniere. Zwölfmal blieb er dabei aber bereits in der Startrunde hängen. Das macht den jüngsten Erfolg in der französischen Hauptstadt noch wertvoller – in jeglicher Hinsicht.

Neben 90 Punkten für die Weltrangliste erhält Laaksonen mit 113'000 Euro Preisgeld auch einen willkommenen finanziellen Zustupf. «Letztes Jahr war schwer, weil wir keine Turniere hatten (aufgrund der Corona-Krise). Also gab es keine Einnahmen», bestätigt der Schweizer mit finnischen Wurzeln und fügt an: «Ich glaube, es ist das grösste Preisgeld, dass ich je verdiente.»

Und die aktuelle Weltnummer 150 will mehr: «Ich bin nicht zufrieden, wenn ich die 140 oder 150 bin. Mein Ziel ist es, wieder in die Top 100 zu kommen. Das ist mein grösstes Ziel», macht Laaksonen klar. Übersteht er in Paris zwei weitere Runden, erreicht er dieses sogar schon beim laufenden Turnier. Die nächste Hürde stellt der Japaner Kei Nishikori dar, der seinerseits Karen Khachanov in einem Fünfsatz-Krimi bezwingen konnte.