Dominic Thiem erklärt den Bruch mit seinem langjährigen Physio

lbe

12.10.2021

Peilt nach langer Absenz sein Comeback an: Dominic Thiem.
Peilt nach langer Absenz sein Comeback an: Dominic Thiem.
Bild: Keystone

Seit seinem vermeintlichen Durchbruch und dem Titel bei den US Open 2020 erlebt Dominic Thiem einen steilen Absturz, zuletzt sorgt die unversöhnliche Trennung von seinem langjährigen Physio für Aufsehen. Nun meldet er sich zurück.

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12.10.2021

Im Rahmen eines Round Tables kann Dominic Thiem nach langer Leidenszeit wieder einmal positive Nachrichten verkünden. Die Schiene am Handgelenk ist weg, die Rückkehr in den Trainingsalltag scheint langsam in Sicht. Allerdings erst, sobald der 17-fache ATP-Turniersieger sein noch steifes Handgelenk entsprechend stabilisieren und kräftigen konnte.

«Vor dem Termin vor einer Woche war ich mega nervös», blickt Thiem zurück. «Die Entscheidung war ein Wahnsinn, weil bei einer Operation wäre ich wahrscheinlich bis in den April nicht zurückgekommen.» Eine solche ist glücklicherweise nicht notwendig. Dennoch will Thiem nach acht Wochen ohne Training nichts überstürzen. Nicht wie zuletzt im Juni.

Damals steigert Thiem die Belastung auf Anraten seines langjährigen Physios Alex Stober nach einer Handgelenkverletzung zu früh. Stober habe damals «auf eigene Faust therapiert» und die Teilnahme am US Open als realistisches Ziel gesehen. «Ich habe dann viel zu früh die Schiene runtergegeben. Dann sind auch die anderen Therapieformen ein bisschen falsch gelaufen. Nach eineinhalb Wochen Training ist die gleiche Verletzung dann wieder aufgetreten», erzählt Thiem in der Medienrunde.

Thiem sieht auch eigene Fehler

Die darauffolgende und mehrheitlich in der Presse ausgetragene Trennung, die vor rund drei Wochen bekannt wird, ist gemäss Thiem aber nicht auf Stobers falsche Beratung zurückzuführen. «Jeder macht Fehler, aber die Art und Weise, dass er es sich dann nicht eingestanden hat und irgendwie die Schuld auf mich und das andere Team zugewiesen hat. Das war dann ein Vertrauensbruch und der Grund für die Trennung», so Thiem.

Der Grand-Slam-Sieger sieht aber auch eigenes Fehlverhalten und bereut, seiner Vertrauensperson die Entscheidung nicht persönlich mitgeteilt zu haben. «Mein Fehler, warum das auch über die Medien passiert ist, war, dass ich ihn nicht angerufen habe. Ich bin auch nicht der Typ, der gleich am selben oder nächsten Tag anruft und dann stundenlang über alle Probleme diskutiert.»

Die aktuelle Weltnummer 8 macht zudem klar: «Zum Anruf hat er mir auch keine Chance geben, weil er mir dann direkt die Watsche über die Medien mitgegeben hat. Natürlich war ich enttäuscht. Aber ich will das auf jeden Fall noch aussprechen, weil dazu war die ganze Zeit zu gut.» Zeiten, an die Thiem nach langer Absenz anknüpfen will. Verläuft alles nach Plan, will er im November «endlich wieder richtig auf die Kugel draufhauen».