Geständnis

Wawrinka: «Ich brauchte einfach Zeit, um mein bestes Tennis zu spielen»

SB10

23.4.2020

Stan Wawrinka begeistert mit seinem Tennis nicht nur Schweizer Tennisfans.
Bild: Getty

Stan Wawrinka sprach mit Tennis-Legende Chris Evert über seine Anfänge, wie er sich derzeit fit hält und was seine grosse Konkurrenten ausmacht. 

Normalerweise plaudert der 35-Jährige in diesen Quarantäne-Zeiten am liebsten mit Kumpel Benoit Paire. Für Tennis-Legende Chris Evert, 18-fache Grand-Slam-Siegerin und statistisch bis heute erfolgreichste Einzelspielerin, machte er aber gerne eine Ausnahme. Kein Wunder, schliesslich teilen sich die beiden mit Lawrence Frankopan den gleichen Agenten. So gewährte der Romand auf ihrem Instagram-Kanal einen Einblick in sein Innenleben.

Stan Wawrinka über ...

... seine derzeitigen Trainingsmethoden

«Ich versuche, fünfmal pro Woche zu trainieren. Aber die Turniere sind noch so weit weg, deshalb geht es mehr darum, einigermassen in Form zu bleiben. Es tut auch gut in meinem Alter und nach 18 Jahren auf der Tour, mich etwas zu erholen, speziell mit meiner Verletzungsgeschichte.»

... seine zehnjährige Tochter Alexia

«Sie ist nicht wirklich ein Tennisfan. Nun habe ich sie manchmal zu Hause und muss mit ihr Aufgaben machen, was natürlich manchmal Streit bedeutet. Aber im Grossen und Ganzen klappt es gut.»

... seine Anfänge im Tennis

«Ich habe als Achtjähriger damit begonnen. Nur wenige Minuten von unserem Zuhause gab es einen Tennisklub. Zusammen mit meinem Bruder Jonathan – der heute Tennislehrer in der Schweiz ist – habe ich dann dort häufig gespielt.»

... seine Jugendidole

«Pete Sampras, Alex Corretja und Patrick Rafter.»

Beim Wimbledon Final 2000 trafen mit Sampras und Rafter gleich zwei seiner Lieblinge aufeinander.
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... seinen Trainer Magnus Norman

«Er stiess im April 2013 zu mir. Wenige Zeit später war ich schon in den Top 10, danach ging es Schritt für Schritt nach oben. Es ist also auch sein Verdienst.»

... die Verletzung am Knie 2017

«Ich spielte damals mein bestes Tennis. Es war hart für mich, vor allem mental. Es brauchte insgesamt mehr als ein Jahr, bis ich wieder richtig zurück war. Aber ich war immer motiviert und hatte Vertrauen in den Prozess.»

... das Geheimnis seiner Rückhand

«Als Elfjähriger stellte ich auf einhändig um, weil mein langjähriger Trainer Dimitri Zavialoff dies damals vorschlug (...). Ich habe viel Power und kann von überall Winner schlagen. Ausserdem variiere ich viel den Spin und die Geschwindigkeit. Meine Rückhand war etwa gegen Djokovic häufig ein Schlüssel zum Erfolg.»

... seinen Lieblingsgegner der Big 3

«Djokovic' Spiel liegt mir am besten. Ihm kann ich mit meinen Waffen am meisten wehtun, weil ich auch weiss, was mich jeweils erwartet. Ich kann ihn an einem guten Tag mit meiner Power wegdrücken, wenn es sein muss auch über mehrere Stunden.»

Eine der besten Backhands auf der Tour.
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... die Schwierigkeit gegen Rafael Nadal

«Seine Bälle haben viel Spin und werden sehr hoch, speziell natürlich in Paris. Dazu hat er natürlich den Vorteil eines Linkshänders. Er hat zwar nicht den besten Service auf der Tour, schafft es aber damit – und im Spiel generell – einen konstant unter Druck zu setzen.»

... die Spielweise von Roger Federer

«Sein Spielstil unterscheidet sich vom Rest. Er setzt dich ständig unter Druck, spielt sehr aggressiv und variiert oft. Kein Wunder ist er der wohl beste Spieler aller Zeiten. Ich bin immer noch ein grosser Fan von ihm. Was er auf dem Platz manchmal anstellt, ist ein Witz.»

... die bisherige Bilanz

«Ich hatte eine grossartige Karriere und erreichte viel mehr, als ich mir je erträumt habe. Ich war jahrelang in den Top 20, Top 10. Ich gewann in einer schwierigen Generation drei Grand Slams. Ich gewann erst als 28-Jähriger ein Major, weil ich nie aufgegeben habe. Ich brauchte einfach Zeit, um mein bestes Tennis zu spielen.»

... das Karriereende

«Ich bin alt, deshalb schaue ich einfach von Jahr zu Jahr. Ich liebe es immer noch, vor vielen Leuten zu spielen und die ganzen anderen Dinge. Ich will am Schluss einfach nichts bereuen müssen und immer alles gegeben haben.»

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