Zverev geht in Indian Wells die Luft aus: «Ich will einfach nur nach Hause»

Luca Betschart

16.10.2021

Alexander Zverev muss in Indian Wells eine bittere Niederlage einstecken.
Alexander Zverev muss in Indian Wells eine bittere Niederlage einstecken.
Bild: Keystone

Mit eineinhalb Beinen steht Alexander Zverev in Indian Wells bereits im Halbfinal, als dem Olympiasieger die Puste ausgeht. Nach dem Aus erklärt der Deutsche, wieso diese Niederlage besonders schmerzt.

Luca Betschart

16.10.2021

20 seiner 21 letzten Spiele kann Alexander Zverev für sich entscheiden und sich so unter anderem zum Olympiasieger von Tokio küren. Seit Juli muss er sich einzig gegen Novak Djokovic am US Open in New York geschlagen geben. Und nachdem sich in Indian Wells mit Stefanos Tsitsipas der letzte verbliebene heisse Titelkonkurrent verabschiedet, scheint der Weg zum nächsten Triumph frei für den Deutschen.

In seinem Viertelfinal am Freitagabend gegen Taylor Fritz gilt der Deutsche als haushoher Favorit und ist lange auf Kurs. Fritz allerdings wehrt sich gut und zwingt Zverev in einen Entscheidungssatz. Dort führt Zverev zwischenzeitlich mit 5:2 und erspielt sich zwei Matchbälle, kann aber keinen davon nutzen und ist danach ziemlich von der Rolle. Wenig später muss er dem Amerikaner tatsächlich zur geschafften Wende gratulieren.



«Es war eine sehr lange Saison»

Der Frust nach dem Aus sitzt tief. «Heute war wirklich einfach nicht mein Tag. Ich war kurz davor, zu gewinnen. Aber das Niveau meines Spiels war einfach nicht da», sagt die aktuelle Weltnummer 4 im Anschluss an der Pressekonferenz. Zverev macht deutlich: «Heute ist es mental nicht einfach für mich. Mein nächstes Turnier ist in Wien, ich hoffe, dass ich dort gut damit umgehen kann. Aber im Moment will ich einfach nur nach Hause.»

Die Müdigkeit kommt nicht von ungefähr. Seit seinem Wimbledon-Out bestreitet Zverev im letzten Teil einer intensiven Saison noch einmal 22 Partien. «Es war eine sehr lange Saison und ich habe gut gespielt», so Zverev. «Aber diese Niederlage tut weh, weil ich wusste, dass ich nach der Niederlage von Stefanos (Tsitsipas) der Favorit auf den Turniersieg war. Aber mein Tennis war nicht da!»

So kommt es in Indian Wells in diesem Jahr zu einer Premiere. Erstmals steht beim populären Turnier kein Top-25-Spieler im Halbfinal. Dimitrov, Norrie, Fritz und Basilashvili heissen die letzten verbliebenden Titelkandidaten. Wer nutzt die Gunst der Stunde?