Jan Frodeno

Hawaii-Weltmeister plant Ironman in den eigenen vier Wänden

DPA

5.4.2020

Jan Frodeno plant einen Ironman im «Homeoffice».
Bild: Getty

Der dreimalige Ironman-Weltmeister Jan Frodeno will in seiner spanischen Isolation eine komplette Ironman-Distanz in den eigenen vier Wänden absolvieren und die Erlöse seines «Tri@home» für Hilfsaktionen spenden.

«Man sagt: 'Bitte versucht das nicht zuhause!' Ich sage aber: Ich will 3,8 km schwimmen, 180 km radfahren und einen Marathon laufen. Alles daheim. Alles zwischen einem Sonnenauf- und -untergang», schrieb Frodeno bereits vergangene Woche bei Facebook. Am kommenden Samstag soll es nun soweit sein.

Der dreimalige deutsche Hawaii-Weltmeister lebt mit seiner Familie in Girona bei Barcelona. Er ist somit auch von der Ausgangssperre durch die Corona-Pandamie in Spanien betroffen. Normales Training ist nicht möglich. Der grosse Teil möglicher Erlöse seiner Aktion sei denn auch für Girona bestimmt, erklärt der 38-Jährige in einem Interview der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung», «weil hier grosse Not herrscht, das Fussballstadion wird hier gerade als Notaufnahme vorbereitet».

«Es fehlt an allem, sogar am Essen für die Helfer, für die Ärzte und Krankenschwestern, die nicht einmal Zeit haben, gegenüber zum Supermarkt zu gehen, um sich etwas zu essen zu holen», erläutert Frodeno die Situation. Er engagiert sich zudem bereits zusammen mit einem Foodtruck-Besitzer und lässt den Helfern Mittagessen bringen.

«Sie sterben in Quarantäne, sie sterben allein»

Es gebe auch «wirklich krasse Horrorgeschichten», berichtet Frodeno. Menschen über 75 Jahre würden aus Mangel an Geräten nicht mehr beatmet, sie bekämen Morphin gegen die Schmerzen. «Sie sterben in Quarantäne, sie sterben allein, da geht es für die Krankenschwestern nicht nur um medizinische Betreuung, sondern auch um Seelsorge», so Frodeno.

Mit seiner Aktion am kommenden Samstag will er den Menschen auch Mut machen. Er will zuhause eine Ironman-Distanz absolvieren. Nach 3,8 Kilometern Schwimmen im neun Meter langen Pool mit Gegenstromanlage wird er 180,2 Kilometer mit dem Rad auf der Rolle fahren und abschliessend einen Marathon auf dem Laufband absolvieren.

Andere Sportler sollen sich unter anderem per Online-Plattform dazu schalten können. «Wir wollen ein gemeinsames Erlebnis schaffen und es mit einem wohltätigen Zweck verbinden. Wir wollen helfen», betont Frodeno.

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