Hussein knackt Olympia-Limite für Tokio

sda

26.6.2021 - 17:49

In 48,84 Sekunden über 400 m Hürden setzt Kariem Hussein das Glanzlicht am zweiten Tag der Schweizer Meisterschaften in Langenthal. Der Europameister 2014 erfüllt die Olympia-Limite.

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26.6.2021 - 17:49

Mit 32 Jahren meldet sich der Ostschweizer zum zweiten Mal auf Top-Niveau zurück. Der Arzt kam bis auf vier Zehntel an seine persönliche Bestleistung heran, die er 2015 aufgestellt und 2017 egalisiert hatte. «Das war erst der dritte Wettkampf in diesem Sommer und es geht immer aufwärts, das macht Mut», sagte Hussein.

Der Späteinsteiger blickt auf eine schwierige Zeit zurück. 2018 machten ihm diverse Sehnen-Läsionen im linken Beckenbereich zu schaffen. Zunächst wurde das Ganze unterschätzt. Der Sohn einer Schweizerin und eines Ägypters fiel leistungsmässig tief. Er musste alles wieder aufbauen – die Muskeln, die Hüftstabilität.

2019 kämpfte er sich trotz Schmerzen durch und qualifizierte sich mit Ach und Krach für die Weltmeisterschaften in Doha. In Katar riss dann während des Vorlaufs ein Hüftstabilisator, sodass er chancenlos blieb. Nun kommt ihm gelegen, dass die Olympischen Spiele coronabedingt um ein Jahr verschoben worden sind. Nach einem intensiven und strukturierten Aufbau ist Hussein gesund. Der WM-Finalist von 2017 in London lässt erahnen, dass sein persönlicher Bestwert wackelt.

Lea Sprunger und Alex Wilson auf gutem Weg

Im Langhürden-Rennen der Frauen räumte Lea Sprunger die letzten Zweifel aus. Die Europameisterin befindet sich mit Blick auf Tokio auf gutem Weg, nachdem sie wegen der Beschwerden an der Achillessehne verspätet in die Saison eingestiegen ist. Bei ihren ersten beiden Rennen über 400 m Hürden in dieser Saison am Freitag um Samstag überzeugte die Romande mit tiefen 55er-Zeiten.

Wegen des verkürzten Aufbaus hat sie das Schrittmuster für ihre letzte Saison angepasst. «Vor der letzten Hürde fehlte mir der Mut, den Rhythmus durchzuziehen», sagte Lea Sprunger. «Ich bin froh, dass vor Tokio noch ein paar Wettkämpfe auf hohem Niveau folgen.»

Ähnlich denkt Alex Wilson, der bei Windstille den 200-m-Lauf in 20,84 Sekunden gewann. Rückenbeschwerden hatten ihn zu einer Wettkampfpause gezwungen. Nun überstand er in Langenthal fünf Einsätze über 100 und 200 m ohne Beschwerden. «Das ist das Wichtigste», betonte der EM-Dritte. Nun wolle er sich über Wettkämpfe steigern.

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