Diamond-League-Meeting in Rom

Mujinga Kambundji holt Platz 6 im Weltklasse-Feld

sda

9.6.2022 - 22:28

Mujinga Kambundji verlässt die Bahn zufrieden, aber doch nicht restlos glücklich.
Mujinga Kambundji zeigte sich in Rom mit der eigenen Leistung zufrieden, aber doch nicht restlos glücklich.
Bild: Keystone

Mujinga Kambundji zeigt beim Diamond-League-Meeting in Rom die stärkste Leistung des Schweizer Sextetts. Die Bernerin belegt in einem Weltklasse-Feld über 200 m Platz 6.

sda

9.6.2022 - 22:28

In 22,80 Sekunden bei leichtem Rückenwind, aber eher kühlen Verhältnissen gelang Mujinga Kambundji eine Saisonbestleistung. Die WM-Dritte von Doha 2019 musste die Weltbesten auf der Zielgeraden ziehen lassen. In der Kurve war sie noch auf Schlagdistanz mit Shericka Jackson (fünf Olympia-Medaillen), Elaine Thompson-Herah (Sprint-Dominatorin in Rio 2016 und Tokio 2021), Diana Asher-Smith (Weltmeisterin) und Shaunae Miller-Uibo (Olympiasieg über 400 m in Rio und Tokio) geblieben. «Meine Zeit finde ich etwas enttäuschend. Es hat sich eigentlich besser angefühlt», sagte die Schweizerin gegenüber SRF.

Die Hallen-Weltmeisterin hat zuletzt bei Grossanlässen immer überzeugt, die Schweizer Leichtathletik im Sprint zusammen mit Ajla Del Ponte sogar verwöhnt. Aber der Lauf von Rom zeigt: Ein Finalvorstoss in fünf Wochen bei den Weltmeisterschaften in Eugene ist keine Selbstverständlichkeit – ob 100 oder 200 m.

Ohne gültigen Versuch

Keine Akzente setzten die anderen Aktiven im Schweizer Dress, teilweise müssen sogar Enttäuschungen verarbeitet werden. Der Stabhochspringerin Angelica Moser missriet der erste grosse Auftritt in der Sommersaison. Die Zürcherin riss dreimal die Einstiegshöhe von 4,40 m. Die Hallen-Europameisterin 2021 und Hallen-WM-Vierte 2022 hatte sich Ende April im Training einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen. Vergangenen Montag bei der Rom-Hauptprobe überquerte sie in Basel beim Comeback 4,55 m. Auch der Hochspringer Loïc Gasch blieb blass. Auf 2,20 m war bereits Schluss, nachdem der Hallen-WM-Zweite schon die 2,15 m erst im zweiten Versuch gemeistert hatte.

Yasmin Giger lief die 400-m-Hürdenstrecke auf der Innenbahn Bahn 1. Der 22-jährigen Ostschweizerin gelang in 56,52 Sekunden eine Saisonbestleistung. In einer anderen Liga lief die entfesselte Niederländerin Femke Bol. In 53,02 Sekunden liess sie sämtliche Gegnerinnen alt aussehen. Zum Vergleich: Sie war über eine Sekunde schneller als die zurückgetretene Lea Sprunger bei ihrem Schweizer Rekord im Oktober 2019.

Auch der Tessiner Ricky Petrucciani musste auf Bahn 1 antreten. Er blieb über 400 m knapp über der 46-Sekunden-Marke (46,16). Der 21-jährige Olympia-Halbfinalist kann auf diesem Wert aufbauen. In Tokio 2021 war er beim Saisonhöhepunkt nur 9 Zehntel schneller unterwegs gewesen. Jonas Raess beendete den 5000-m-Lauf in 13:35,29 Minuten. Der Zürcher musste einen Grossteil der Strecke alleine bewältigen, da die Afrikaner samt Hasen voll aus Tempo drückten und die Jahres-Weltbestzeit auf 12:46,33 senkten.

Die stärkste Leistung im Olympiastadion zeigte Jasmine Camacho-Quinn. Die Frau aus Puerto Rico wurde über 100 m Hürden in 12,37 Sekunden gestoppt.

sda