40 Millionen Franken

Wie fehlende Sportwetten dem Schweizer Sport schaden

tbz

16.4.2020

Durch die fehlenden Sportwetten kommen dem Schweizer Sport zig Millionen Franken abhanden.
Bild: Keystone

Die Corona-Krise macht auch vor der Wettindustrie nicht halt. Das könnte den Schweizer Sport hart treffen, immerhin erhielten die Verbände vor zwei Jahren noch 40 Millionen Franken aus der Wettindustrie.

Worauf wetten, wenn es nichts zu wetten gibt? Diese Frage stellen sich schweizweit zigtausende «Zocker», die üblicherweise wöchentlich Sportwetten abschliessen. Aktuell ist einzig die weissrussische Vysshaya Liga nicht vom Coronavirus betroffen. Die Partien für den Donnerstag? FC Bgu Minsk – FC Gorodeya und Dinamo Minsk – Neman Grodno.



Die Hauptstädter sind dabei beide Male die klaren Favoriten für den Schweizer Wett-Monopolist Sporttip mit Quoten von 1,67 und 1,69. Wo sich sonst eine breite Vielfalt an Sportwetten präsentiert, herrscht jetzt gähnende Leere. Das spürt aber nicht nur Sporttip, es wird auch den Schweizer Sport in naher Zukunft treffen.

40 Millionen Franken erhielten Schweizer Sportverbände 2018 von der gemeinnützigen Swisslos-Gesellschaft. Wie die NZZ berichtet, dürfte dieser Betrag für das Jahr 2019 sogar noch einmal zugenommen haben – dann aber gewaltig einbrechen. Grund dafür ist natürlich die Corona-Krise. Aber nicht nur – denn Sporttip unterliegt strengeren Vorlagen als andere Wettanbieter und darf nur Spiele anbieten, die von der Lotterie- und Wettkommission Comlot genehmigt wurden.

Allerdings erlassen diese gerne etwas kuriosere Vorschriften. So durften beispielsweise 2018 von Sporttip keine Wetten für das Länderspiel der Schweizer Fussball-Nati gegen Panama angenommen werden. Obwohl das Spiel in Luzern stattfand, befürchtete die Kommission, dass bei einer Nation ausserhalb der Top 75 der FIFA-Weltrangliste eine zu grosse Manipulationsgefahr besteht.

Auch im eSport, dort wo jetzt möglicherweise das grosse Geld verdient werden könnte, ist man seitens Sporttip zögerlich. Bei Swisslos geht man davon aus, dass die Comlot den eSport nicht als Sport klassifizieren und deshalb auch nicht für Wetten bewilligen wird. Wer sich also erhoffte, vielleicht bald auf FIFA-Turniere oder Ego-Shooter-Contests wetten zu können, muss sich nun doch Expertentipps für den weissrussischen Fussball abholen.

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