App verscheucht Bahn-Grapscher

dj

21.5.2019

In japanischen Zügen kommt es oft zu Übergriffen. Deswegen gibt es auch eigene Abteile nur für Frauen.
Keystone

Eine App der Tokioter Polizei soll Grapscher in der U-Bahn verschrecken und wurde zum Hit-Download.

Eine App der Tokioter Polizei, mit der Frauen sexuelle Belästigung in Bahnen bekämpfen können, wurde inzwischen über 237’000 mal heruntergeladen. Die knapp drei Jahre alte App Digi Police lieferte ursprünglich nur Informationen über Betrugsmaschen. Später bekam sie aber zwei Features speziell gegen Grapscher.

Zum einen hat die App einen SOS-Modus. Hierbei ertönt mit voller Lautstärke ein «Aufhören!» aus den Smartphone-Lautsprecher, um den Angreifer abzuschrecken und andere Fahrgäste zu informieren. Zweites Features ist eine Art stiller Hilferuf — auf dem Smartphone-Display erscheint eine Textnachricht, mit der Mitfahrende um Hilfe gebeten werden können.

Mit Alarm-Tönen und Hilferuf soll Digi Police Grapscher abschrecken.
Polizei Tokio

Hohe Dunkelziffer bei Übergriffen

Denn viele Opfer hätten Angst, selbst laut um Hilfe zu schreien, so Polizeisprecherin Keiko Toyamine zu AFP. Das kann dann die App übernehmen. Jeden Monat kommen 10'000 Downloads der Apps hinzu.

In 2017 wurden 900 sexuelle Übergriffe in Tokioter Bahnen zur Anzeige gebracht, Toyamine geht aber von einer hohen Dunkelziffer aus. In vielen japanischen Nahverkehrszügen gibt es inzwischen spezielle Abteile nur für Frauen.

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