Bitcoin-Konkurrenten: Wer hat das Zeug zur Währung der Zukunft?

26.2.2018 - 14:29, Von Karolin Rothbart und Tobias Schmidt, dpa-AFX

Bitcoin und Kryptowährungen sind momentan omnipräsent. Wer die neue Technologie verstehen will, tut gut daran, einige Grundbegriffe zu kennen. Hier ist unser ABC für Einsteiger:
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Blockchain: Ist die Basis von Bitcoin und der meisten anderen Kryptowährungen. Es ist im Grunde ein zentrales Buchhaltungssystem. Jede Transaktion ist der Geschichte einer Kryptowährung ist dort festgehalten, lässt sich also genau nachvollziehen. Sie hat aber noch viele andere Anwendungsmöglichkeiten als für Digitalwährungen.
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Ethereum: Die wohl zweitwichtigste Kryptowährung nach Bitcoin, dabei wurde sie erst Mitte 2015 kreiert. Viele sehen darin sogar eine flexiblere Plattform für zukünftige Anwendungen als Bitcoin.
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Mining: Ist das Erschaffen von neuen Einheiten einer Kryptowährung. In der Regel müssen dafür Rechenaufgaben gelöst werden. Bei Bitcoin werden diese Aufgaben immer komplizierter, so dass immer leistungsstärkere Computer für die Lösung gebraucht werden.
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Nakamoto: 2014 glaubte das Nachrichten-Magazin «Newsweek» Satoshi Nakamoto, den Bitcoin-Erfinder, ausfindig gemacht zu haben. Der betroffene Mann aus Kalifornien, der auch im echten Leben so heisst, stritt aber jede Beteiligung ab.
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Schlüssel: Wie fast alle moderne Verschlüsselungstechniken verwenden Kryptowährungen ein System mit zwei Schlüsseln. Jeder Nutzer hat dazu einen privaten und einen öffentlichen Schlüssel. Der Private wird dabei immer für sich geheim behalten.
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Transaktion: Jede Überweisung einer Kryptowährung muss in der Blockchain festgehalten werden. Dafür sind die in der Regel die Miner zuständig. Sie kassieren dafür zum einen eine Transaktionsgebühr und bekommen zusätzlich in vielen Fällen wie bei Bitcoin neu geschaffenen Einheiten der Währung als Belohnung.
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Wallet: Englisch für Portemonnaie - ist der Ort, an denen die Schlüssel für Ihre Kryptowährung gespeichert sind. Das kann ein Programm auf Ihrem Computer, ein Online-Dienst oder ein speziell für dieses Zweck geschaffene Gadget, die «Hardware-Wallet» sein. Die Speicherorte unterscheiden sich hinsichtlich des Komforts und der Sicherheit teilweise erheblich.
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Währung: Bitcoin sollte ursprünglich mal als Währung zum alltäglichen Bezahlen von Waren und Dienstleistungen dienen. Hohe Transaktionsgebühren und -dauer machen diese Anwendung aber derzeit praktisch unmöglich.
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Die Zweifel an der Zukunft der bekanntesten Kryptowährung Bitcoin wachsen. Gleichzeitig entstehen immer mehr Alternativen - weit mehr als 1000 sind es inzwischen.

Nach einem rasanten Höhenflug ist der Wert des Bitcoin zwischenzeitlich eingebrochen. Langsame Transaktionen, ein exorbitanter Stromverbrauch und drohende Regulierungen wecken immer mehr Zweifel an der Zukunft der bekanntesten Kryptowährung. Doch die dahinterstehende Technologie stösst selbst bei Notenbanken auf Interesse. Man erhoffe sich einen grossen Nutzen, sagte etwa der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi. Gleichzeitig entstehen ständig neue Bitcoin-Alternativen mit unterschiedlichen Eigenschaften - mittlerweile sind es weit über tausend. Sechs Beispiele, die in der Community aktuell angesagt sind:

Die Nummer 2

Ether ist nach Bitcoin die Kryptowährung mit dem zweitgrössten Gesamtwert. Derzeit sind alle im Umlauf befindlichen Ethereum-«Münzen» rund 99 Milliarden Dollar schwer. Ether ist besonders gut für sogenannte Smart Contracts geeignet. Dabei fliessen vorab vertraglich vereinbarte Zahlungen automatisiert. Der Inhaber einer Flugausfall-Versicherung beispielsweise kann automatisch eine Auszahlung erhalten, wenn ein Ausfall in der Flugverkehrsdatenbank registriert wird. Der Kunde braucht also keinen Schadenersatzanspruch mehr melden, und die Versicherung muss den Fall nicht mehr prüfen. Das Prinzip wird derzeit in vielen Branchen getestet.

Die Umweltfreundliche

Peercoins gelten als klimaschonende Alternative zum Bitcoin, dessen Betrieb immer mehr Rechnerleistung frisst - und damit Strom. Wie gravierend das Problem ist, zeigt das Beispiel Island: Laut dem Energieunternehmen HS Orka dürften die dort ansässigen Bitcoin-Produzenten dieses Jahr bereits mehr Strom verbrauchen als alle isländischen Privathaushalte zusammen. Bei Peercoins gibt es das Öko-Problem nicht. Hier hängt die Sicherheit des Netzwerks nicht von der Rechenleistung der Teilnehmer ab. In der Breite ist Peercoin allerdings noch nicht angekommen. Die umweltfreundliche Cyberwährung liegt gerade mal auf Platz 159 der rund 1500 Kryptowährungen mit einer Marktkapitalisierung von rund 125 Millionen Dollar.

Der Liebling der Banken

Ripple gilt manch einem Krypto-Fan bereits als mögliche Ablöse des sogenannten Swift-Systems, über das üblicherweise Zahlungen zwischen Finanzinstituten abgewickelt werden. Nach Angaben der Erfinder aus Kalifornien lassen sich mit Ripple im Schnitt 1500 Transaktionen pro Sekunde abwickeln, wobei ein einzelner Zahlungsvorgang etwa 4 Sekunden dauert. Das machen sich mittlerweile einige grosse Finanzinstitute wie die spanische Santander Bank oder die Schweizer UBS zunutze. Der Gesamtwert aller Ripple-Coins betrug zuletzt rund 50 Milliarden Dollar.

Die Maschinen-Währung

Durch digitale Vernetzung können Haushaltsgeräte und industrielle Maschinen zunehmend selbstständig handeln. Registriert der heimische Kühlschrank beispielsweise, dass die Milch knapp wird, bestellt er automatisch nach. Bei der Bezahlung kann Iota ins Spiel kommen, denn die Kryptowährung ist besonders gut für eine Vielzahl von Transaktionen mit geringen Summen geeignet. Zudem fallen für die Überweisungen keine Kosten an. Mit einem Gesamtwert von rund 5 Milliarden Dollar liegt Iota derzeit auf Platz 10 der wichtigsten Cyber-Coins.

Die Anonyme

Die Kryptowährung Dash bietet ihren Nutzern besondere Diskretion. Aufgrund einer speziellen Verschleierungstechnik können die Transaktionen in der Blockchain nicht öffentlich nachverfolgt werden - für Viele ein willkommener Vorteil. Kritiker mahnen aber, Dash ziehe Kriminelle an. Ausserdem sorgte für Skepsis, dass die Dash-Entwickler den Algorithmus so programmiert haben, dass eine grosse Menge der Cyber-Coins anfangs in ihre eigenen Taschen floss. Auch wegen der Kritik wurde die Währung bereits zwei Mal umbenannt. Mit einem Gesamtwert von über 6 Milliarden Dollar gehört sie heute dennoch zu den wichtigsten Währungen im Kryptouniversum.

Die Gesetzestreue

Die noch sehr junge Kryptowährung Cardano gilt manch einem Krypto-Fan als Hoffnungsträger, weil ihre Erfinder für sich beanspruchen, besonders flexibel auf staatliche Regulierungsvorschriften reagieren und sich anpassen zu können. Das Thema Regulierung ist in jüngster Zeit in den Fokus gerückt. Vor allem China, Japan und Südkorea gehen inzwischen restriktiv gegen Kryptowährungen vor. Aber auch in Europa geraten sie zunehmend in den Fokus. Das dürfte einer der Gründe dafür sein, dass Cardano inzwischen in die Top-5 der Kryptowährungen aufgestiegen ist.

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