Clubhouse öffnet sich für alle Nutzer

Dirk Jacquemien

22.7.2021

Längst ist für Clubhouse nicht mehr alles im grünen Bereich
Längst ist für Clubhouse nicht mehr alles im grünen Bereich.
Keystone

Zur Anmeldung bei der Audiochat-App Clubhouse ist nun keine Einladung mehr erforderlich. Der Hype um die App scheint derweil vorbei zu sein.

Dirk Jacquemien

22.7.2021

Anfang des Jahres schwappte der Hype um Clubhouse auch in den deutschsprachigen Raum über. Schweizer Polit-Prominenz wie SP-Präsident Cedric Wermuth schaltete sich aus dem Zug in kontroverse Diskussionen in der Audiochat-App ein, deutsche Ministerpräsidenten redeten sich derweil zu später Stunde fast um Kopf, Kragen und Amt.

(Fast) jeder wollte dabei sein. Doch die App war nur für iPhones verfügbar und zudem brauchte man auch noch eine Einladung eines/r bestehenden/r Nutzer*in, um sich anmelden zu können. Die Aura der Exklusivität — in der Wirtschaftspsychologie Knappheitsprinzip genannt — war sicher mitentscheidend für die Erfolgsphase. Doch nun akzeptiert Clubhouse jeden und jede. Ist das ein Zeichen dafür, dass es schon vorbei ist für die App?

Clubhouse kämpft mit schwindendem Hype

Kaum zu bestreiten ist, dass der Hype um Clubhouse erheblich abgenommen hat. Dafür gibt es anekdotische Anzeichen, wie die Stimmen Schweizer Medienmacher, die «Persoenlich.com» letzten Monat eingefangen hat, als auch konkrete Zahlen. Laut der Analysefirma Sensor Tower sind die Download-Zahlen der App auf iOS seit März kontinuierlich zurückgegangen.

Clubhouse versucht gegenzusteuern. Im Juni erschien eine Version für Android. Die Features wurden kontinuierlich ausgebaut, seit Kurzem gibt es etwa die Möglichkeit, Direktnachrichten in der App zu verschicken. Und nun eben die Öffnung für alle.



Konkurrenz tritt auf den Plan

Doch es ist nicht klar, dass dies den Niedergang noch verhindern kann. Zum einen gibt es inzwischen mächtige Konkurrenz. Die Lieblingssportart des Silicon Valley ist das Kopieren und so haben mit Twitter und Facebook zwei etablierte Social Media-Plattformen Clubhouse-Funktionalitäten direkt in ihre Apps eingebaut.

Und zum anderen ist nicht klar, ob das Geschäftsmodell den aktuellen Moment überstehen kann. Clubhouse ist ein Corona-Kind, in den USA erfolgte die Lancierung parallel mit dem Start der Pandemie im März 2020. Jetzt, wo persönliche Treffen und Diskussionsrunden wieder deutlich einfacher möglich sind, ist es für viele Menschen wohl deutlich unattraktiver geworden, stundenlang in Smartphone-Mikrofon zu reden.