Diese Messenger-Alternativen gibt es

dpa/dj

1.5.2018

Messenger sind beliebt, um per Smartphone oder am Rechner schnell, kostenlos und bequem Nachrichten mit Freunden und Familie auszutauschen. In den Chats geben Nutzer jede Menge persönliche Informationen preis. Doch wer garantiert, dass sie privat bleiben?

Die Weitergabe von Facebook-Daten an Dritte hat viele Nutzer verunsichert. Denn auch andere Dienste, wie der Facebook-Messenger, sammeln Daten.

Zugleich ist die Auswahl an Messenger-Alternativen zwar gross, ein Problem bleibt aber: Wer bereit zu einem Wechsel ist, muss auch seine Freunde oder Familie dazu überreden. Denn ohne Kontakte ist der beste Messenger nutzlos.

Was ist das Problem mit dem Facebook Messenger?

Verbraucherschützer kritisieren, dass Facebook seine Nutzer quasi dazu zwingt, mit dem Smartphone die Messenger-App zu benutzen. Die App fordert außerdem viele Berechtigungen ein. So kann sie auf alle Kontakte, die Kamera und das Mikrofon zugreifen oder den Standort erfassen. Das Unternehmen kann so umfassend Informationen sammeln.

Unterhaltungen sind nicht per se verschlüsselt, sondern sie müssen unter «Geheime Unterhaltung» bei jedem Chat aktiviert werden. In die Chatliste der Kontakte wird zudem Werbung geschaltet.

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Ist WhatsApp besser?

Whatsapp gehört seit 2014 zu Facebook. In den Nutzungsbedingungen heisst es: «Obwohl Whatsapp weiterhin als eigener Dienst getrennt von Facebook operiert, haben wir vor, einige Informationen, die es uns erlauben, besser zu koordinieren und die Erfahrungen über unsere Dienste und Facebook und der Facebook-Unternehmensgruppe hinweg besser zu machen, mit Facebook und der Facebook-Unternehmensfamilie zu teilen.» Dazu zählt die Telefonnummer. Positiv an Whatsapp: Über die App abgewickelte Chats sind verschlüsselt.

Welche Alternativen gibt es?

Signal: Den kostenlosen Messenger von Open Whisper Systems gibt es für iOS, Android, Windows, Mac und Linux. Möglich ist der verschlüsselte Versand von Textnachrichten, Fotos, Videos und anderen Dateien an Einzelpersonen und Gruppen. Ausserdem können Nutzer per Datenverbindung angerufen werden. Der Quellcode ist einsehbar. Open Whisper Systems ist eine Reihe von Kooperationen mit anderen Diensten eingegangen, um deren Verschlüsselungstechnik zu verbessern. Dazu gehört seit April 2016 auch Whatsapp.

Telegram: Der Messenger Telegram ist kostenlos für iOS undAndroid sowie als Computer- und Webversion verfügbar. Telegram kann Gruppen mit bis zu 100'000 Mitgliedern erstellen. Allerdings steht der Dienst bei Verbraucherschützern in der Kritik. Der Sitz des Unternehmens und der Server sind unklar, das Entwicklungsteam befindet sich nach eigenen Angaben in Dubai. Die Gründer Pavel und Nikolai Durov versprechen ein sicheres Messaging. Chats sind aber nicht automatisch verschlüsselt, dafür muss «Secret-Chats» aktiviert werden. Die Firma steht im Konflikt mit russischen Sicherheitsbehörden, weil sie keine Daten an Regierungsbehörden weitergeben will. Finanziert wird Telegram mit einer Spende von Pavel Durov, der das russische Facebook-Pendant VKontakte entwickelte.

Threema: Texte, Bilder, Töne, Videos und Standorte können per Threema verschlüsselt gesendet werden. Ausserdem gibt es Gruppenchats für bis zu 50 Mitglieder und einen verschlüsselten Dateiversand. Die Entwickler aus der Schweiz werben damit, dass keine Telefonnummern und Verbindungsdaten gespeichert werden. Die App kostet für Android einmalig 2.95 Franken und für iOS 3 Franken. Android-Nutzer können Threema auch im PC-Browser verwenden.

Wire: Der Messenger Wire läuft kostenlos auf Smartphones mit iOS und Android, Tablets und Computern. Die Schweizer Firma verspricht den verschlüsselten Austausch von Texten, Fotos und Videos. Ausserdem sind Einzel- und Gruppenanrufe via Voice over IP möglich. Zu den Funktionen zählt das Teilen von Bild- und Toninhalten aus Portalen wie Soundcloud, Spotify und Youtube. Der Quellcode ist Open-Source und damit vollständig einsehbar. Die Server der Firma stehen nach eigenen Angaben in Deutschland und Irland.

Hoccer: Die App der Firma Hoccer mit Sitz in Berlin gibt es für iOS und Android. Fotos, Videos, Ton- und Bildaufnahmen können verschlüsselt ausgetauscht werden. Nicht einmal zur Anmeldung müssen Telefonnummer oder E-Mail-Adresse mitgeteilt werden. Auch auf die Kontakte im Telefonbuch greift die App nicht zu - was es allerdings anfangs auch komplizierter macht, Chat-Partner zu finden.

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