Smartphone Wars Episode X: Angriff der iPhone-Klone

dpa/dj

2.3.2018

«Ceci n'est pas un iPhone»: Das Smartphone heisst Leagoo S9 Pro und kostet um die 300 Franken, will sich aber durch die Verwendung der «iPhone-Notch» optisch aufwerten.

Das Design des iPhone X mit der Sensor-Lücke im Bildschirm ist umstritten, aber markant. Jetzt wollen viele asiatische Smartphone-Anbieter ihren Kunden diese Optik zum günstigen Preis bieten.

In manchen Tech-Blogs wurde die Aussparung für Sensoren am oberen Bildschirmende von Apples iPhone X belächelt - aber asiatische Hersteller kopieren die umstrittene Design-Entscheidung mit Begeisterung.

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona wurden mehrere Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android mit grossen Bildschirmen, aber auch den markanten «Display-Ohren» präsentiert. Statt der diversen Sensoren zur Gesichtserkennung wie bei Apple sind in der schwarzen Aussparung bei ihnen allerdings wie gewohnt Lautsprecher und Frontkamera untergebracht.

Das Smartphone Blackview A30 kopiert nicht nur das Aussehen des iPhone X, sondern auch die Bedienoberfläche von Apples Betriebssystem iOS. 
Source: dpa

Auch grosse Hersteller kopieren schamlos

Als bisher namhaftester Hersteller griff Asus die Form bei seinem neuen ZenFone 5 auf. Die Lücke sei 26 Prozent kleiner als beim iPhone X, hob das Unternehmen aus Taiwan hervor. Hinter verschlossenen Türen zeigte auch LG mit G7 ein Smartphone im iPhone X-Look.

Nach Informationen der Website «VentureBeat» soll auch das nächste Top-Modell des drittgrössten Smartphone-Anbieters Huawei die Aussparung am oberen Bildschirmrand bekommen. Der chinesische Konzern will das Telefon mit der Bezeichnung P20 am 27. März in Paris vorstellen.

In Barcelona zeigte mindestens ein halbes Dutzend im Westen unbekannter Marken mit Namen wie Leagoo, Oukitel oder Ulefone Modelle im Design des iPhone X. Dabei wird nicht nur Apple kopiert: Das Leagoo S9 lieh sich das Aussehen vom iPhone und den Namen vom aktuellen Top-Modell des Smartphone-Marktführers Samsung.

Das Asus Zenfone klaut sich die Lücke vom iPhone X - und kostet weniger als halb so viel.
ASUS

Viel billiger als das Original

Die Preise gehen weit auseinander: Das Asus Zenfone soll umgerechnet knapp 500 Franken kosten, das Ulefone X etwa 160 Franken und das Symbol X von Hotwav nur 85 Franken. Dieser Preis könnte noch vom Blackview A30 unterschritten werden, das besonders billig und plastikhaft wirkt - aber dafür selbst die Benutzeroberfläche des iOS-Systems von Apples iPhones nachahmt.

Nach Auskunft von Blackview-Mitarbeitern steht ein Preis aber noch nicht fest. Zum Vergleich: Das technisch hochgerüstete iPhone X kostet in den USA ab 999 Dollar vor Steuern und in der Schweiz ab 1195 Franken.

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