In der Garage wird dein Auto zum Goldesel

Von Dirk Jacquemien

24.7.2021

Im Bild: Ein Supercomputer
Im Bild: Ein Supercomputer.
Getty Images

Weil die Bordcomputer von Autos immer mächtiger werden, gibt es schon Ideen, wofür sie noch alles eingesetzt werden könnten.

Von Dirk Jacquemien

24.7.2021

Wenn es um die Anschaffung eines neuen Autos geht, sind vielen immer noch die traditionellen, harten Zahlen wichtig. Etwa: Wie viel PS hat das Ding, wie schnell kann es fahren und wie viel Platz fasst der Kofferraum. Doch bald könnte auch öfter die Frage aufkommen: Wie schnell ist der Bordcomputer?

Denn moderne Autos haben inzwischen oftmals eine Rechenkraft, die jene eines üblichen Laptops oder PCs weit übersteigt. Deshalb hat ja auch die globale Halbleiterknappheit die Produktion von Autoherstellern weltweit in arge Schwierigkeiten versetzt. Vor allem, wenn das Auto autonome Fahrfunktionen hat, ist eine enorme Rechenkraft erforderlich. Doch was macht man mit dieser geballten Computer-Power, wenn das Auto ungenutzt in der heimischen Garage steht?

Bitcoins schürfen und Krankheiten heilen

Da gibt es schon einige Ideen, wie «Wired» schreibt. Man könnte das Auto ja ganz schnöde zum Schürfen von Kryptowährungen nutzen. Das ist bekanntlich ein besonders rechenintensives Unterfangen. Das teure Auto würde so zumindest einen Teil seines Anschaffungspreises wieder reinholen.

Andere Ideen sind ein wenig gemeinnütziger. So könnte das Auto Teil eines Supercomputer-Netzwerkes sein, nach dem Konzept des Distributed Computing. Dieses wird bereits jetzt in der medizinischen Forschung eingesetzt, etwa um die Proteinfaltung zu simulieren.



Nicht ohne Nachteile

Aber natürlich hat es auch Nachteile, wenn das Auto nun auch noch einen Nebenjob als Supercomputer hat. Zum einen der Verschleiss. Wenn ein Bordcomputer fast dauerhaft im Einsatz ist, erhöht sich natürlich die Gefahr, dass Schäden etwa wegen Überhitzung auftreten. Dann könnte das Auto seine Kernfunktion — seine Besitzer durch die Gegend zu fahren — nicht mehr ausführen.

Der zweite kritische Aspekt ist die Sicherheit. Dass selbstfahrende Autos zum Ziel von Hacker*innen werden könnten, ist bereits jetzt eine grosse Sorge. Das Potenzial für verheerende Folgen, inklusive Todesfällen, ist schliesslich enorm. Würde man diesen Autos auch noch andere Computer-Aufgaben auferlegen, die zudem einen ständigen Internet-Zugriff erfordern, würde man Cyberkriminellen nur noch mehr Einfallstore bieten.