Facebook macht Menschenrechtlern die Arbeit schwer

dj

11.6.2019

Graph Search wurde 2013 von Mark Zuckerberg persönlich vorgestellt und nun offenbar kommentarlos abgeschaltet.
Keystone

Mit einer Änderung bei seiner Suchfunktion erschwert Facebook Menschenrechtsaktivisten ihre Arbeit.

Facebook hat den Zugang zu der so genannten Graph Search ohne vorherige Ankündigung eingeschränkt, wie vice.com berichtet. Dieses 2013 einführte Feature ermöglichte das detaillierte Durchsuchen aller öffentlichen Facebook-Einträge.

So konnte man mit der Graph Search etwa Einträge suchen, die an einem bestimmten Tag und an einem bestimmten Ort verfasst wurden. Diese Funktionalität nutzten Menschenrechtsaktivisten und Betreiber von Open Source Intelligence (OSINT), um Ereignisse aufzudecken, die in der globalen Wahrnehmung sonst nicht vorkommen würden.

Fotos von Drohnenangriffen auffindbar

Durch sehr gezielte Suchen können sie so etwa Fotos von einem Drohnenangriff in einem kleinen Dorf erhalten. Die OSINT-Organisation Bellingcat nutzte die Graph Search etwa, um den von Saudi-Arabien geführten Krieg im Jemen zu dokumentieren. Versuche von Bellingcat, die Graph Search doch noch weiterhin zu nutzen, wurden von Facebook aktiv bekämpft.

Aber die Möglichkeit, Facebook intensiv zu durchsuchen, birgt natürlich auch erhebliches Potenzial für ein massenhaftes und missbräuchliches Datensammeln. Nach seinen zahlreichen Datenschutzskandalen könnte das eine Motivation von Facebook gewesen sein, die Funktionalität einzustellen. Das Unternehmen sagte zu vice.com, man arbeitete mit Forschern zusammen, um diesen den nötigen Zugang wieder zu gewähren.

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