Die Game-Zukunft gehört den Frauen

Martin Abgottspon

23.6.2020 - 09:45

Aloy wird in «Horizon Forbidden West» wieder in die Hauptrolle schlüpfen.
Bild: Sony

An der kürzlichen Präsentation der neuen Playstation 5 hat sich gezeigt: Frauen übernehmen das Ruder. Ein klares und wichtiges Statement von Sony.

Videospiele waren eigentlich seit jeher von männlichen Hauptprotagonisten geprägt. Egal ob Mario, Link oder Solid Snake: Wer sich vor die Konsole oder den Computer setzte, konnte nicht nur, er musste sich männlich fühlen.

Den ersten grossen Bruch in dieser Hinsicht gelang Lara Croft in der Abenteuer-Serie «Tomb Raider». Die Archäologin war aber wirklich die Ausnahme. Viel öfter fand man Frauen in Opferrollen wieder. Als Spieler rettete man sie aus den Fängen der Bösewichte oder befreite sie aus Verliesen.



Im Jahr 2020 sieht die Verteilung der Helden und Heldinnen schon wesentlich anders aus. Die Gleichstellungsdebatte machte auch vor der Game-Industrie nicht halt und so ist es mittlerweile in den meisten Spielen ohnehin Status quo, den Charakter nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten. Wo das nicht möglich ist, gewinnen Heldinnen mehr und mehr die Überhand. Das hat auch die kürzliche Präsentation von Sony bei der Ankündigung der nächsten Playstation schön aufgezeigt.

Mehr Diversität tut der Branche gut

Im Zentrum der geballten Frauen-Power steht wahrscheinlich Aloy, die wie schon bei «Horizon Zero Dawn» auch beim Nachfolger «Horizon Forbidden West» wieder die Hauptrolle übernimmt und dabei niemandem mehr beweisen muss, wie geschickt sie mit Pfeil und Bogen umgehen kann.



Dass Aloy zum Launch der neuen Konsolen-Generation bei Weitem nicht die einzige weibliche Vertretung sein wird, demonstrierten dann gleich etliche Trailer weiterer Spiele. Die waren teils zwar noch sehr kryptisch, liessen bei der Frage des Helden aber kaum Raum für Interpretationen. Sowohl bei «Project Athia», «Kena: Bridge of Spirits» oder auch «Returnal» wird schnell klar, dass hier Frauen für Recht und Ordnung sorgen und die Welt vor Schlimmerem bewahren.

Das waren nur einige der neuen Heldinnen für die nächste Konsolen-Generation der Playstation.
Bild: Sony

Noch nie waren Heldinnen bei einem solchen Event so stark vertreten, womit Sony ein wichtiges Zeichen setzt. Natürlich möchte man Ikonen wie Mario oder Link deswegen nicht missen, dafür haben sie uns schon in zu vielen Abenteuern begleitet und gute Dienste erwiesen. Aber ein bisschen Abwechslung und mehr Diversität tut der Branche gut. So gesehen freue ich mich auch auf «Spider Man: Miles Morales», wo man zwar keine Frau, dafür einen dunkelhäutigen Helden steuert.

Zurück zur Startseite