Die Xbox hat noch ein grosses Ass im Ärmel

Martin Abgottspon

19.10.2020 - 11:52

Die neue Xbox kommt ab dem 12. November in den Verkauf.
Die neue Xbox kommt ab dem 12. November in den Verkauf.
Bild: Microsoft

Die Playstation 5 wurde von vielen Experten und Medien schon als Sieger des nächsten Konsolenkriegs ausgerufen. Doch vielleicht war es doch noch etwas zu früh dafür.

Bei den technischen Spezifikationen heben sich die neue Xbox Series X/S und die Playstation 5 nicht wesentlich voneinander ab. Aus diesem Grund war schnell klar, dass die Spiele zum Hauptverkaufsargument für die nächste Konsolengeneration werden. Und hier hat Sony eindeutig die Nase vorn. Mit Exklusivtiteln wie «Spider Man: Miles Morales», «Horizon: Forbidden West» oder «Demon's Souls» warten gleich mehrere Kracher in den nächsten Monaten auf kauffreudige Spieler.



Gemäss einer US-amerikanischen Studie eines Marktforschungsunternehmens haben sich bereits 72 Prozent der Teilnehmer für einen Kauf der Playstation 5 entschieden. Doch Microsoft unternimmt in den letzten Wochen vor dem Release alles, um noch einige Unentschlossene auf seine Seite zu ziehen.

Kampf um die Spielestudios

Ein erster grosser Schritt dazu gelang Microsoft kürzlich mit der Übernahme von Zenimax Media. Für 7,5 Milliarden Dollar akquiriert Microsoft mit diesem Kauf gleich mehrere namhafte Spielestudios und sichert sich zeitgleich die Rechte bekannter Spielereihen wie «Fallout», «Doom» oder «Elder Scrolls».

Während Sony also vor allem auf die hauseigenen Exklusivtitel setzt, fährt Microsoft nun die neue Strategie, vermehrt mit den grossen Spielestudios zusammenzuarbeiten. Dazu gehört beispielsweise auch Electronic Arts. Im Endeffekt ein genialer Schachzug, weil dieses Bestreben ihr Abo-Modell unglaublich attraktiv macht.

Auch Spiele von Electronic Arts werden bald mit dem Xbox Game Pass verfügbar sein.
Auch Spiele von Electronic Arts werden bald mit dem Xbox Game Pass verfügbar sein.
Microsoft

Eine Flatrate nach dem Geschmack der Spieler

Im Fall von Microsoft ist dieses Abo der Xbox Game Pass. Ab 12 Franken erhält man mit diesem unlimitierten Zugang auf alle Spiele, die unter dem Dach von Microsoft zu Hause sind. Aktuell sind das rund 100 Titel, bei welchen schon einige Topspiele zu finden sind. Und es werden monatlich mehr.

Noch attraktiver wird das Angebot mit dem Launch der Xbox, wenn die Sportspiele von EA oder auch Shooter wie «Battlefield» in das Abo integriert werden. Und durch die Aquise verschiedener Studios werden auch in Zukunft Topgames anderer Studios immer ab Tag 1 mit dem Xbox Game Pass verfügbar sein.



Zwar besitzt auch die Playstation mit «Playstation Now» ein ähnliches Abo-System, dieses ist gegenüber dem Xbox Game Pass aktuell aber deutlich unattraktiver, weil neue Spiele in der Regel damit nicht erhältlich sind. Gerade für ambitioniertere Gamer ist das Modell deshalb auch nicht lukrativ.

Aber vielleicht zieht Sony in diesem Bereich ja noch nach. Und sollte man mit dem Abo einst auch Blockbuster wie «Last of Us Part 2» oder «Ghost of Tsushima» gleich zum Release spielen können, befände man sich zumindest wieder auf Augenhöhe mit Microsoft.

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