Wird «Age of Empires 4» zum Retter der Strategiespiele?

#Von Martin Abgottspon

12.4.2021

«Age of Empires 4» soll noch dieses Jahr erscheinen.
«Age of Empires 4» soll noch dieses Jahr erscheinen.
Xbox Game Studios

Die «Age of Empires»-Reihe gilt quasi als Mutter der Aufbaustrategie. Nach fast 15 Jahren wird die Serie nun fortgesetzt und die Enwickler gewährten erstmals einen tieferen Einblick in die Fortsetzung.

#Von Martin Abgottspon

12.4.2021

Um die Jahrtausendwende waren Strategiespiele der Renner. Egal ob «Starcraft», «Warcraft» oder eben «Age of Empires»: Überall errichteten sich Spieler Imperien und befehligten gigantische Streitmächte. Wahlweise konnte man sich dafür in einfachen Einzelspielerkampagnen alle Zeit der Welt lassen oder sich in hektischen Online-Schlachten mit Freunden messen.

Inzwischen ist das einst so angesagte Genre etwas von der Bildfläche verschwunden. Das liegt wohl auch daran, dass die geistigen Nachfolger wie «League of Legends» oder «Dota 2» heute den Ton angeben. Doch vielleicht kommt es diesen Sommer dank «Age of Empires 4» zu einer Wiedergeburt des Genres.

Neue Völker mit mehr Tiefgang

Dieses Wochenende haben die Entwickler von Xbox Game Studios in einem Livestream erstmals Gameplay-Segmente und Hintergrundinformation zum neusten Ableger der bekannten Serie präsentiert, um die es nun 15 Jahre still gewesen ist. 



Darin zu sehen waren vier spielbare Fraktionen: China, Delhi, England und die Mongolen. Zur Veröffentlichung sollen dann acht Fraktionen bereitstehen. Beim Spielprinzip wollen die Entwickler gemäss eigenen Aussagen nicht alles auf den Kopf stellen, sondern sich vor allem am zweiten Teil der Serie orientieren. Anders als in früheren Ausgaben sollen sich die einzelnen Völker aber stärker voneinander unterscheiden. Die Mongolen bekommen etwa eine Spielmechanik, mit der sie Gebäude einpacken und anderswo wieder aufstellen können, die chinesische Fraktion kann mit Schwarzpulver und Raketenartillerie spielen.

Besser als jede Mittelalter-Dokumentation?

Auch der Zeitepoche des Mittelalters bleiben die Erschaffer treu. Beim Aufbau seines Reiches begleitet man seine Untertanen demnach durch die Dunkle Zeit bis hin zur Feudalzeit, der Ritterzeit und Emperialzeit. 

Damit diese Zeitreise nicht so inhaltslos erscheint wie vielleicht noch in älteren Ausgaben, wurden nun über drei Stunden Videomaterial gedreht, welche «Age of Empires 4» praktisch in eine Geschichts-Dokumentation erster Klasse verwandeln. Zentrale historische Figuren werden dabei als Heldeneinheiten im Spiel fungieren.

Ein Auge fürs Detail

Wie zu erwarten wird sich «Age of Empires 4» auch in Sachen Grafik und Präsentation markant von früheren Versionen abheben. Beim Look and Feel knüpfen die Entwickler zwar bei den Vorgängern an, insgesamt präsentieren sich alle Einheiten und die ganze Landschaft aber in einem weit moderneren und detaillierteren Gewand. Dabei wirkt «Age of Empires 4» nicht hyper-realistisch, sondern ein wenig stilisiert und erinnert beim Betrachten ein wenig an Modellbau, beziehungsweise jene teilweise gewaltigen Modellbaulandschaften und Schlachtfelder, die man hier und dort in Museen oder in Kellern engagierter Hobby-Künstlern finden kann.

Die Chinesen sind eine von acht spielbaren Fraktionen.
Die Chinesen sind eine von acht spielbaren Fraktionen.
Xbox Game Studios

Wie eine zweite Hochzeit

Nostalgiker und Fans der Serie hat man mit dem gezeigten Material schon in der Tasche. «Age of Empires 4» könnte wirklich den Spagat schaffen, die so erfolgreiche Spielmechanik aus früheren Tagen mit modernen Mitteln ins Jahr 2021 überzuführen.

Ob Strategie-Spielen dadurch wirklich eine Wiedergeburt bevorsteht, darüber werden wohl zu einem grossen Anteil auch Streamer und Youtuber entscheiden. Wenn nicht nur einige alte Hasen, sondern auch junge Influencer den Gefallen am Aufbau eines Herrscherreiches finden, könnte «Age of Empires 4» tatsächlich für einen erneuten Strategie-Boom sorgen. Erst recht, weil der Titel gemäss den Entwicklern auch E-Sport tauglich sein soll. 

Das Spiel wird im Herbst 2021 für den PC erscheinen. Auch eine Konsolenumsetzung ist geplant. Eine gschlossene Beta startet bereits im Sommer.