Nützlicher Nebeneffekt

Glasfaser-Kabel können vor Vulkan-Ausbrüchen warnen

Von Dirk Jacquemien

22.1.2022

Die Vulkaninsel Rangitoto vor Auckland ist erst vor knapp 600 Jahren entstanden.
Die Vulkaninsel Rangitoto vor Auckland ist erst vor knapp 600 Jahren entstanden.
Getty Images

In der neuseeländischen Metropole Auckland sollen Messungen aus Glasfaserkabeln vor Vulkanausbrüchen warnen. 

Von Dirk Jacquemien

22.1.2022

Vulkane sind in jüngster Zeit gerade an verschiedenen Orten auf der Welt aktiv: Ende vergangenen Jahres spie der Vulkan Cumbre Vieja über Monate hinweg Lava und Asche und verwüstete grosse Teile der Kanareninsel La Palma.

Und erst am vergangenen Wochenende ereignete sich eine gewaltige Eruption des unterseeischen Hunga Tonga, die Tsunamiwellen auslöste, die vor allem den Inselstaat Tonga schwer trafen.

Auch das benachbarte Neuseeland liegt in einer vulkanisch aktiven Gegend. Das in und rund um die grösste Stadt Auckland liegende Vulkanfeld hatte seine letzte Eruption in der geologisch betrachteten sehr nahen Vergangenheit, vor rund 600 Jahren. Dementsprechend vorsichtig ist man in der Millionenstadt. Über Glasfaserkabel sollen daher kleinste Veränderungen in der vulkanischen Aktivität aufgespürt werden.



Mini-Erdbeben werden erkannt

Genutzt werden dafür für die Telekommunikation verlegte Glasfasernetze. Diese haben sogenannte dark strands», einzelne Fasern, die im alltäglichen Einsatz nicht gebraucht werden. Sie können allerdings für eine Technik «Distributed Acoustic Sensing» verwendet werden, die durch Streckungen der Kabel kleinste Vibrationen erkennen kann.

Damit sollen Erdbeben mit einer Stärke von weniger als 1 auf der Richterskala festgehalten werden. Konventionelle Seismografen können diese in der Regel nicht erkennen, die Aktivität könnte allerdings wichtige Hinweise auf das Verhalten der 53 im Grossraum Auckland bekannten Vulkane liefern.

Vulkanausbrüche sind berechenbar

«Seismische Aktivität genau zu beobachten ist essenziell, um Ort und Zeitpunkt einer Eruption vorhersagen zu können», sagte der an dem Projekt beteiligte Geophysiker Calum Chamberlain von der Victoria University of Wellington zu «Stuff.co.nz».

Wissenschaftler*innen ist oftmals durchaus möglich, eine Vulkaneruption vorab zu erkennen und zu warnen. Dazu müssen sie aber genauestens mit der Geschichte und der üblichen seismischen Aktivität eines Vulkanfeldes vertraut sein und dieses andauernd überwachen. Bei reinen Erdbeben ist hingegen nur die Echtzeiterkennung möglich. Hier können Warn-Apps wertvolle Sekunden verschaffen.