Glitzerbomben bekämpfen Paketdiebe

Dirk Jacquemien

18.12.2018

Mark Robers Glitzerpaketbombe bei einem Test.
Mark Rober

Ein ehemaliger NASA-Ingenieur hat eine Apparatur entwickelt, die Paketdieben den letzten Nerv rauben soll.

Der amerikanische Ingenieur Mark Rober hat in einem früheren Leben unter anderen an dem Marsroboter Curiosity der NASA mitgearbeitet. Nun ist er YouTube-Star und nutzt seine Ingenieurskünste, um Paketdieben mit einer hochkomplexen Glitzerbombe das Handwerk zu legen.

In den USA werden Pakete von den Lieferdiensten üblicherweise einfach vor der Haustür oder im Vorgarten abgelegt. Das macht es potenziellen Paketdieben natürlich kinderleicht — sie können am helllichten Tag einfach die Pakete mitnehmen, während die Hausbesitzer und deren Nachbarn auf der Arbeit sind. Das ist ein so weit verbreitetes Problem, dass Amazon nun direkt mit der Polizei zusammenarbeitet, um per mit GPS-Sendern präparierten Paketen Diebe zu fassen. Etwas kreativer ist Rober vorgegangen. 

Sechs Monate Entwicklungszeit

Er hat knapp sechs Monate an einer sehr speziellen Apparatur gearbeitet. Sie besteht aus einer Glitzerbombe, einem stinkenden Furz-Spray, einem Beschleunigungssensor, einem GPS-Sensor und vier Smartphones. Auf YouTube zeigt Rober den Bau und den Praxiseinsatz seiner Falle:

Im Grunde funktioniert sie so: Verpackt wird die Falle in einer Box für Apples smarte Lautsprecher HomePod und tarnt sich so als vermeintlich attraktives Diebesgut. Der Beschleunigungssensor erkennt, wenn das Paket von der Türschwelle entfernt wird und schaltet die Videoaufnahme der in allen vier Richtungen orientierten Smartphones an. Öffnen die Diebe nun das Paket, beginnt eine vorprogrammierte Sequenz.

Zunächst aktiviert sich die Glitzerbombe — der Dieb und seine nähere Umgebung werden also mit Glitzer eingedeckt. Danach wird das Furz-Spray ausgelöst, das in regelmässigen Abständen einen stinkenden Duft abläst. Ziel hier ist, dass die Kriminellen das Paket möglichst schnell entsorgen und nicht näher untersuchen und dabei die vier versteckten Smartphones entdecken. Diese habe das ganze Geschehen derweil auf Video aufgenommen und per LTE-Verbindung direkt in die Cloud geschickt — falls Rober das Paket nicht wieder in seinen Besitz nehmen kann.

Inspiriert von «Kevin – Allein...»

Das scheint Rober aber in jedem Fall gelungen zu sein. Im YouTube-Video ist etwa zu sehen, wie er sein offenbar hektisch entsorgten Paket in einem Parkhaus wiederfindet. Mehrere Gauner sind Rober schon auf dem Leim gegangen.

Vermeintlicher Absender des Pakets und Robers Vorbild war übrigens ein gewisser «Kevin McAllister». Das ist der Hauptcharakter der «Kevin - Allein...»-Filmreihe, der bekanntermassen Einbrechern mit allerlei Fallen das Leben zur Hölle machte.

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